Freiburg In der neuen Folge des Schwarzwald-„Tatorts“ geht es um ein sensibles Thema: Eine Radiomoderatorin (Victoria Trauttmansdorff) wird auf dem Rückweg von einem Weinfest vergewaltigt. Als sie am nächsten Morgen zur Polizei geht, trifft sie dort ihre Freundin Cornelia Harms (Steffi Kühnert), die als Chefin bei der Kriminalpolizei Freiburg arbeitet.

Die Geschichte nimmt die Polizistin sehr mit – den Ermittlern Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) erteilt sie den Fall mit höchster Priorität. Die Folge „Rebland“ (27. September, 20.15 Uhr im Ersten) erhält nach einem packenden Start einige Dämpfer.

Europaweite Fahndung

Nach der medizinischen Untersuchung liegen männliche DNA-Spuren vor. Ärgerlich: Es gibt keinen Treffer in den Datenbanken. Mit einer international ausgeweiteten Suche stoßen Tobler und Friedemann aber auf einen Fall aus dem französischen Elsass. Treffer! Unbekannter Mann, aber selbe DNA.

Seit Ende des vergangenen Jahres ist die erweiterte Untersuchung auf DNA-Merkmale in Deutschland erlaubt, in dem Krimi allerdings noch nicht. Die Ermittler können die DNA-Sequenz also vorerst nicht auf Merkmale wie Alter, Haut- und Augenfarbe untersuchen lassen, um den Verdächtigen einzugrenzen. Sie nutzen die Erkenntnisse aber dennoch auf unerlaubte Weise, ohne Abnicken der Chefin.

Bei einer groß angelegten Untersuchung in der Region verweigern sich fast 90 Männer einer DNA-Abgabe. Mit den konkreten aber unerlaubten Angaben zum Tätertyp (blaue Augen) schließen sie nach und nach DNA-Test-Verweigerer aus. Auf dem Boden breiten die beiden Ermittler sämtliche Fotos der sich sträubenden Männer aus. Hier fragt man sich: Wie sind sie an die Fotos gekommen? Oftmals ähnelt sich der Bildhintergrund. Haben die Männer in einem Studio Passbilder machen lassen?

Die beiden Polizisten Tobler und Berg stoßen auf drei Verdächtige. Der eine ist Kollege (Marek Harloff), er wirkt zugleich ein bisschen wie ein Mann in der Midlife-Crisis, der auf Bali zum Yoga-Lehrer ausgebildet wird. Der zweite Verdächtige ist Friseur (Roman Knizka) mit Palmen-Hemden und einer Vorliebe fürs Keyboardspielen. Der dritte ist ein chronisch überforderter Vater (Fabian Busch), der sich mit der Tochter im eigenen Haus vor dem Jugendamt verbarrikadiert.

Tapsige Kommissare

Die zum Teil unbeholfen wirkenden und von ihren Gefühlen getriebenen Kommissare könnten so manchen Krimiserien-Fan zur Weißglut bringen, weil auch schludrig gearbeitet wird. Ein Verweigerer des DNA-Tests bekommt ein Test-Kit einfach in die Hand gedrückt; könnte den Test theoretisch verfälschen.

Insgesamt hat der „Tatort: Rebland“ einen vielversprechenden Start, aber unrealistische Zufälle und bizarre Charaktere bremsen den Krimi zugleich aus.

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