Frankfurt Die Ansage schlug in der deutschen Fernsehwelt hohe Wellen: Ende 2018 teilte die ARD mit, dass die traditionsreiche Sendung „Lindenstraße“ im März 2020 eingestellt wird. In den mehr als drei Jahrzehnten der Serie gab es aber noch so manch anderen Aufreger – ein Auszug:

1.8. Dezember 1985: Die erste Folge der „Lindenstraße“ wird ausgestrahlt. Zum Auftakt sieht man unter anderem die Familie Beimer, wie sie sich zur vorweihnachtlichen Hausmusik versammelt. Der Cliffhanger am Ende der Folge ist in die deutsche TV-Geschichte eingegangen: Tochter Marion steht um Mitternacht mit blutendem Gesicht in der Tür – und dann setzt der Abspann ein. Erst in der nächsten Folge erfährt man, dass sie mit ihrem Freund in eine Schlägerei mit Jugendlichen geraten war.

2.9. Oktober 1988: Nachdem der CSU-Politiker Peter Gauweiler gefordert hat, das Bundesseuchengesetz auf Aids-Kranke anzuwenden, sagt die Serienfigur Chris Barnsteg: „Gauweiler und Co. – das sind doch alles Faschisten!“ Gauweiler reagiert mit einer Strafanzeige, 1990 erhebt die Kölner Staatsanwaltschaft Anklage wegen Beleidigung. Das Verfahren endet jedoch in allen Instanzen mit Freisprüchen. Die „Lindenstraße“ stehe als künstlerisches Produkt unter einem besonderen Schutz.

3.25. März 1990: Die Serienfiguren Carsten Flöter und Robert Engel küssen sich leidenschaftlich. Für damalige Verhältnisse ein Skandal, der einen Aufschrei in der Boulevardpresse auslöst. Der Darsteller des Carsten, Georg Uecker, erhält sogar Morddrohungen. Das Bayerische Fernsehen sendet die Wiederholung dieser Folge nicht, was dem Sender den Vorwurf der Zensur einbringt.

4.31. Januar 2010: Die Serienfigur Jimi Stadler betreibt Politikerschelte: „Die Politik hilft uns auch nicht. Unsere Super-FDP: Die steckt’s den Hoteliers und den Ärzten hinten und vorn rein. Aber wir vom Handwerk, wir sind die Dummen. Wahrscheinlich, weil wir nicht gespendet haben.“ Die FDP-Bundestagsfraktion beschwert sich beim Sender und spricht von einer „einseitigen Parteinahme“. Der WDR betont, die Figur spreche nicht für die ARD.

5.2. September 2018: Seit mehreren Monaten ist bekannt, dass die zentrale Serienfigur Hans Beimer an diesem Tag sterben wird. Über die Umstände seines Todes wird rege spekuliert. In der Serie gibt es Andeutungen, dass der Abschied dramatisch werden könnte. Doch es kommt ganz anders: Am Ende stirbt der an Parkinson erkrankte Hans versöhnt in einer Waldhütte, im Beisein von seiner Frau Anna und Ex-Frau Helga.

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