Berlin Für den Reichstagsbrand mussten sich die Effektspezialisten des Historiendramas „Nacht über Berlin“ etwas einfallen lassen, denn für das symbolträchtige Originalgebäude gab es keine Drehgenehmigung. So wurden die dramatischen Szenen im Leipziger Rathaus aufgenommen. Mit dem Spielfilm von Rainer Berg (Buch) und Friedemann Fromm (Regie) sowie der nachfolgenden Dokumentation von Jürgen Ast und Kerstin Mauersberger erinnert die ARD an den 80. Jahrestag des Reichstagsbrandes vom 27. Februar 1933. Das Erste strahlt den prominent besetzten Film und die Dokumentation am 20. Februar um 20.15 Uhr und 22 Uhr aus.

Reiche Tochter

Regisseur Friedemann Fromm, der auch „Weissensee“ und „Jenseits der Mauer“ inszenierte, und die Hauptdarsteller Jan Josef Liefers und Anna Loos erzählen in „Nacht über Berlin“ eine Liebesgeschichte, die in den ereignisreichen Monaten vor dem Reichstagsbrand spielt. Die umstrittenste Brandstiftung der jüngeren Geschichte gilt bis heute als ungeklärter Kriminalfall.

Die Frage, ob es die Tat der Nationalsozialisten, der Kommunisten oder eines holländischen Einzeltäters war, bleibt bis heute unbeantwortet. Regisseur Fromm und Drehbuchautor Rainer Berg, entschieden sich für die Einzeltäter-These.

Der Film erzählt die Geschichte der lebenshungrigen Sängerin Henny Dallgow, schwungvoll dargestellt von Anna Loos, die im Berlin der 1930er Jahre den engagierten jüdischen Arzt und SPD-Abgeordneten Albert Goldmann (Jan Josef Liefers) kennenlernt. Er kümmert sich im Parlament und in seiner Praxis aufopfernd um das Los der Arbeiter und sozial Unterprivilegierten. Henny dagegen träumt davon, das Ballhaus ihres Lehrers, des Juden Matze Belzig (Jürgen Tarrach), zu übernehmen. Sie ist eine Tochter aus reichem Haus, Politik ist nicht ihre Sache. Als sie sich ernsthaft in Albert verliebt, droht auch sie im Strudel der Ereignisse zu versinken.

Fromm und Berg stellen in ihrem sorgfältig ausgestatteten Film die Glitzerwelt des Ballhauses den zunehmenden Gewalt-Exzessen der SA gegenüber. Überzeugend gelingt es ihnen, die politischen Ereignisse aus der Innenansicht der frühen 1930er Jahre zu illustrieren.

Historiker befragt

Mit den nötigen Fakten zum Reichstagsbrand und der heute noch immer gestellten Frage, wie die Hitler-Diktatur in Deutschland überhaupt möglich war, setzen sich die Autoren Jürgen Ast und Kerstin Mauersberger in der nachfolgenden Dokumentation auseinander. In ihrem Film „Nacht über Deutschland. Hitler“ (22 Uhr) präsentieren sie seltene Dokumente und Archivaufnahmen. Sie befragen Historiker und erinnern vor allem an die Entschlossenheit, mit der die Nationalsozialisten den Brand für ihren Machtausbau nutzten.

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