Cannes (dpa) - Riesen-Erfolg für den deutschen Film in Cannes: Diane Kruger hat am Sonntagabend beim Festival in Südfrankreich den Preis als beste Schauspielerin gewonnen.

Die 40-Jährige wurde für ihre überragende Leistung in Fatih Akins NSU-Drama "Aus dem Nichts" ausgezeichnet. Sichtlich gerührt nahm die in Niedersachsen geborene Kruger die Trophäe entgegen. Es ist der erste Preis für eine deutsche Hauptdarstellerin seit 1986. Damals gewann Barbara Sukowa für Margarethe von Trottas "Rosa Luxemburg".

Die Goldene Palme für den besten Film ging überraschend an die bissige Gesellschaftssatire "The Square" des Schweden Ruben Östlund. Im Mittelpunkt steht ein Museumskurator, der sich selbst als weltoffen gibt - dann aber zunehmend als bigott und machohaft entlarvt wird. Das Werk wird so zu einer spannenden Abhandlung über Vertrauen, gesellschaftliche Werte und Doppelmoral. Es ist die erste Goldene Palme für Schweden.

Überhaupt wurden für Cannes ungewöhnlich viele Filme mit politischem Inhalt ausgezeichnet: Der Große Preis der Jury - die zweitwichtigste Auszeichnung der Filmfestspiele - ging an das berührende Werk "120 battements par minute". Der französische Regisseur Robin Campillo erzählt darin von Aids-Aktivisten zu Beginn der 1990er Jahre, die unter Präsident François Mitterrand um Aufklärung und lebensnotwendige Medikamente kämpfen - ein Plädoyer für Akzeptanz und gleichberechtigtes Miteinander.

Außerdem wurden zwei weitere Frauen ausgezeichnet. Für die beste Regie vergab die Jury unter Vorsitz des Spaniers Pedro Almodóvar den Preis an die US-Amerikanerin Sofia Coppola für ihr Melodrama "Die Verführten" zur Zeit des US-Bürgerkriegs. Für den Thriller "You Were Never Really Here" gab es gleich zwei Trophäen: Regisseurin Lynne Ramsay wurde für das beste Drehbuch geehrt, ihr Hauptdarsteller Joaquin Phoenix als bester Schauspieler.

Es war ein Festival mit starker deutschsprachiger Präsenz: Im Wettbewerb hatten Fatih Akin und der Österreicher Michael Haneke um die Preise konkurriert, und in einer Nebenreihe zeigte Valeska Grisebach ihr Werk "Western". Darüber hinaus gehörte die Regisseurin Maren Ade ("Toni Erdmann") zur internationalen Jury.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.