Bonn Als das Senderportal BBC Culture 2019 durch eine Umfrage unter internationalen Filmexperten die „100 besten Filme von Frauen“ ermittelte, wurden auch Leni Riefenstahls „Olympia“ und ihr NS-Propagandafilm „Triumph des Willens“ in die Liste gewählt.

Der „Mythos Riefenstahl“, auf den der Titel der Dokumentation von Michael Kloft Bezug nimmt, scheint also durchaus noch nicht am Ende zu sein; entsprechend ist Klofts Film auch alles andere als überflüssig, auch wenn die Erkenntnisse, die er zusammenfasst, nichts unbedingt Neues sind.

Klofts Doku rechnet mit dem (von Riefenstahl selbst zu Lebzeiten verteidigten) Image ab, ihre Verstrickung in Hitlers Propagandamaschinerie sei naives Mitläufertum einer im Grunde apolitischen Künstlerin gewesen, und stellt zugleich ihre Leistung als innovative Filmemacherin infrage.

Mittels zahlreicher Archivmaterialien und Interviews mit Historikern und Medienwissenschaftlern streicht die Doku Riefenstahls ideologische Anhänger- und Mittäterschaft im NS-Regime heraus und revidiert zugleich ihren künstlerischen Nimbus durch den Verweis auf Mitarbeiter der Filmemacherin, die Bildgestaltung und Montagetechnik in Riefenstahls Werk beeinflussten und deren Beiträge Riefenstahl im Nachhinein skrupellos unterschlug.

Der Film ist dabei nicht zuletzt auch eine Erinnerung an den unglücklichen Filmemacher und Kameramann Willy Zielke. Eine der wichtigsten Gesprächspartnerinnen Klofts ist die Autorin und Dokumentarfilmerin Nina Gladitz, die sich schon seit den 1980ern kritisch an Riefenstahl abarbeitet, und dafür von dieser verklagt wurde, sowie deren Buch „Die Karriere einer Täterin“ (siehe nebenstehende Rezension).

 „Leni Riefenstahl – Das Ende eines Mythos“, Mittwoch, 18. November, 22.15 - 23.10 Uhr, Arte (TV-Erstausstrahlung)

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