Berlin Genau 80 Folgen und gut 35 Jahre lang stand Heide Keller als Chefhostess Beatrice auf dem Deck des ZDF-„Traumschiffs“. Am Neujahrstag 2018 verabschiedete sich die 78-Jährige mit einer Ausfahrt nach Los Angeles von ihrem Publikum. Barbara Wussow stand zu dem Zeitpunkt längst als ihre Nachfolgerin fest. Die Österreicherin ist am Ostersonntag (20.15 Uhr) erstmals an Bord der „MS Amadea“ zu sehen. Das Ziel des Luxusliners sind die Malediven.

Aber stimmt das mit der Nachfolgerin? Nicht so ganz, denn Heide Keller hatte zeit ihres Lebens den Job der Chefhostess, Barbara Wussow bekommt den Titel Hoteldirektorin. „Ich bin der neue weibliche Teil im Vierer-Kleeblatt neben Sascha Hehn als Kapitän, Nick Wilder als Doc Sander und Harald Schmidt als Kreuzfahrtdirektor“, sagt Wussow, Tochter des Schauspielers Klausjürgen Wussow (1929–2007).

Dass sie die einzige Frau in dem „Kleeblatt“ ist, stört sie nicht. „Ich habe keine feministischen Probleme damit“, sagt Wussow (57). Etwas „Traumschiff“-Erfahrung bringt sie bereits mit, in zwei Episoden stand sie als Gast vor der Kamera. Seitdem hat sich jedoch das eine oder andere verändert.

Das jetzige Kreuzfahrtschiff „Amadea“ sei „puristisch und nüchtern“. Sie habe die „Deutschland“ lieber gemocht, „weil ich ein verplüschter Typ bin und viel Samt und Gold und Kristalllüster mag.“ Seit zwei Jahren lebt auch der Vater der Serie, der Produzent Wolfgang Rademann, nicht mehr. „Es fehlt die Seele von Wolfgang. Früher kam man auf das Schiff, er kam und fragte: ,Na, Kleene, biste da?’ Das vermisse ich.“

Ihren ersten Drehtag als Hoteldirektorin wird Barbara Wussow so leicht nicht vergessen: Er sollte in aller Ruhe stattfinden auf einer Kapverdischen Insel, denn dort wurden alle Drehs am und auf dem Schiff gemacht. Barbara Wussow wurde jedoch zur falschen Insel gelotst und musste dann erst wieder umständlich acht Stunden lang mit einem Fischerboot zur richtigen Insel geschippert werden.

Die Fahrt sei ein Abenteuer gewesen. „Ich bin mit einem kleinen Fischerboot in der Nacht zu der MS ,Amadea’ gefahren. Dann öffnete sich eine Luke, zu der ich auf einer Strickleiter hochsteigen musste: Ganz spektakulär bin ich da rauf, mit Handtasche und allem. Das haben wir später nachgedreht, und die Szene wurde in den Film eingebaut.“

Barbara Wussow ist glücklich, weil sie es mit dem „Traumschiff“ gut getroffen hat. Bloß kein Krimi: „Ich muss nicht noch eine weitere Kommissarin sein. Ich bin zufrieden, dass ich abonniert bin für die großen Gefühle.“

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