Berlin Hunderte Kilometer entfernt wüten die Flammen. Sie zerstören hektarweise einzigartige Natur, töten Tausende Kängurus, Koalas und kosten auch Menschen ihre Existenz, manche sogar das Leben. Und geschützt im grünen Dschungel sitzen derweil zwölf Deutschland-Exporte, die sich vor laufenden Kameras Gedanken darüber machen, ob sie die Känguru-Hoden nun essen sollen oder nicht. Vor dem Start der alle Jahre wiederkehrenden RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ reißt die Kritik am RTL-Dschungelcamp nicht ab.

Auch die Medienexpertin der Union im Bundestag fordert den Privatsender auf, die Show angesichts der heftigen Buschbrände auszusetzen. „In Australien brennen die Wälder, ein ganzer Kontinent leidet unter dem Feuer. Menschen und Tiere sterben, viele verlieren ihre Häuser. Die Umwelt wird großflächig zerstört. Dies ist nicht die geeignete Szenerie für eine leichte Unterhaltungssendung wie das Dschungelcamp“, teilte die Bremer Bundestagsabgeordnete Elisabeth Motschmann am Donnerstag mit.

Zuvor hatte bereits der SPD-Bundestagspolitiker Karl Lauterbach an RTL appelliert, das Dschungelcamp dieses Jahr abzublasen. „Das Ganze erinnert an den Tanz auf dem Vulkan“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Die Moderatorin Sonja Zietlow verteidigte ihre Show gegen die Kritik. „Unsere australischen Kollegen sind mehr als dankbar, ihren Job nicht (auch noch) zu verlieren!“, schrieb sie auf ihrer Facebook-Seite. „Diese Arbeit sichert ihnen nicht nur im Januar gutes Einkommen.“

An der Ostküste Australiens brennen seit Oktober große Waldflächen. Mindestens 26 Menschen und viele Millionen von Tieren sind bereits gestorben. Tausende Häuser sind durch die Flammen schon verbrannt oder bedroht. Das Dschungelcamp startet an diesem Freitag (21.15 Uhr) in die 14. Staffel. Ein RTL-Sprecher betonte: „Wir nehmen die Situation in Australien sehr ernst. Wir haben uns auch mit teils direkt betroffenen australischen Crewmitgliedern ein persönliches Bild von der Situation gemacht. Die Buschbrände werden in der Sendung thematisiert.“

Das Rezept des Dschungelcamps ist seit 15 Jahren das gleiche: Man nehme mindestens eine Ex von irgendwem, einen ehemaligen Sportler, einen oder mehrere Schauspieler aus der zweiten Reihe, eine Frau, die gern ihre Brüste zeigt, jede Menge Casting-Show-Kandidaten, bringe sie zusammen in den Urwald – und schaue, was passiert. Dabei gibt es diesmal eine echte Premiere: Zum ersten Mal ist ein Ex-Politiker dabei.

Ins Dschungelcamp ziehen diesmal der ehemalige Profiboxer Sven Ottke (52), Schauspieler Raul Richter (32), Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause (66), die RTL-Eigengewächse Anastasia Avilova (31), Elena Miras (27), Markus Reinecke (50) und Bachelor-Kandidat Marco Cerulio (31) sowie DSDS-Sieger Prince Damien (29) und DSDS-Teilnehmer Toni Trips (22). Zwei Frauen sind in diesem Jahr im Camp nur dabei, weil sie mit mehr oder minder bekannten Männern verheiratet waren: Danni Büchner (41) tritt in die Fußstapfen ihres 2018 gestorbenen Mannes „Malle-“Jens Büchner. Claudia Norberg (49) ist die Ex von Schlagersänger Michael Wendler, der auch schon mal im Dschungel war.

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