Rietberg (dpa/tmn) - Keine echten Karnevalsumzüge, keine großen Kostümpartys, keine Kamelle vom Wagen: Damit kleine Pappnasen pandemiebedingt keine Trauer tragen, können Eltern mit ihren Kleinen trotzdem an Faschingsalternativen basteln und sich von Karnevalsvereinen einiges abschauen.

Während sich die Profis zu digitalen Festumzügen verabreden oder Büttenreden im Netz halten, könnten sich aber nach diesem Vorbild auch Familien oder andere Communities online treffen, um ihre schönsten Kostüme zu küren - oder die tollsten Motivwagen aus Steckbausteinen und Spielfiguren. So wie eine närrische Truppe aus Ostwestfalen:

Mini-Karnevalswagen aus Spielzeug

"Wir haben zu einem Playmobil-Karnevalsumzug aufgerufen. Dazu muss ein Mini-Motivwagen gebastelt werden, der durch die Wohnung rollt. Das Video davon läuft dann in einem Wettbewerb", erklärt Thomas Hildebrandt von der Grafschaftler Karnevalsgesellschaft Rietberg.

Punkten könnten dabei vor allem Filmchen, in denen dazu noch Altweiber-Fußgruppen oder Prinzenpaare aus Puppen tanzen und eine Lego-Musikkapelle spielt, die vielleicht sogar noch an einer Schnur gezogen werden kann. "Das könnte doch auch jede WhatsApp-Gruppe initiieren", schlägt der Karnevalist vor.

Häuserfotos als Straßenkulisse

Die ersten Einsendungen seien sehr kreativ. "Ein Trend geht dabei zu ausgedruckten Fotos von Häusern als Kulisse. So geht der Umzug durch berühmte Straßen, die jeder erkennt", freut sich Hildebrandt. Auch bei den Motiven seien die Wagenbauer kreativ: "Etwa, wenn ein Krokodil ein Virus wegschnappt."

Und noch einen Trend hat Hildebrandt ausgemacht: "Der Legowagen als eine Art Daumenkino. Dabei wird mit Hilfe von Apps ein Video des fahrenden Wagens gedreht."

Fehlt nur noch der Konfettiregen. Der ist in der Not auch schnell selbst gebastelt. "Mit dem Locher aus Zeitungs- und Papierresten stanzen. Wer sich beeilt, hat bis Rosenmontag reichlich zusammen", ist sich Thomas Hildebrandt sicher.

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