Aurich /Bad Zwischenahn /Hamburg Nach der Ankündigung eines drastischen Stellenabbaus beim Windkraftanlagenbauer Enercon (Aurich) und Zulieferern werden die Rufe nach zügiger Unterstützung für die angeschlagene Branche laut. „Wir haben nur ein kleines Zeitfenster, um die Arbeitsplätze zu retten“, sagte Niedersachsens Bauminister Olaf Lies (SPD/Sande). Wenn dies nicht gelinge, drohe ein Schicksal wie in der Photovoltaik-Branche. „Produktion, die einmal ins Ausland verlagert worden ist, kehrt nicht zurück“, warnte Lies am Montag im technischen Bildungszentrum Bau-ABC Rostrup in Bad Zwischenahn.

Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass der deutsche Marktführer Enercon rund 3000 Arbeitsplätze in Ostfriesland und in Magdeburg abbauen will. Begründet wurde dies mit einem massiven Auftragseinbruch und seit 2018 tiefroten Zahlen.

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Konkret riet Lies dazu, Beschäftigung über Instrumente wie Kurzarbeit abzusichern, Produktion – etwa von zurzeit gerade nicht benötigten Rotorblättern – durch Bürgschaften abzusichern und die Übergangsphase bis zu stärkerer Nachfrage für Innovationen zu nutzen. Unter den Hemmnissen für den Windrad-Bau könne man als erstes zügig die im EU-Vergleich weiten Abstandsvorgaben der Flugsicherung verringern.

Lies forderte zudem, für mehr Akzeptanz für neue Windkraftanlagen bei den Kommunen zu sorgen. Sie sollten einen „Mehrwert bekommen“. Lies schlug „zwei Prozent vom Umsatz“ vor. Es sei klar, dass Windkraft in großem jährlichen Zubau-Umfang von etwa 5 Gigawatt gebraucht werde. „Der Markt wird da sein“, bekräftigte Lies.

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Es sei ein „Rettungsplan für die Windindustrie in Deutschland“ notwendig, hieß es beim Bezirk Küste der IG Metall. Bezirkschef Meinhard Geiken schlug vor, Berlin könne „mit einer Verlängerung der Kurzarbeit von 12 auf 24 Monate für die Windbranche in der Strukturkrise kurzfristig eine Möglichkeit schaffen, um die Beschäftigten zu halten statt zu entlassen“. Man sei im Austausch mit Niedersachsens Landesregierung. Gemeinsames Ziel müsse sein, „so viele Arbeitsplätze wie möglich durch Maßnahmen wie Kurzarbeit und Qualifizierungen zu erhalten“.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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