Emstek Die Häuser in der neuen Emsteker Siedlung zwischen der Garther Straße und der August-Kühling-Straße schießen in die Höhe. Nach dem Anfang August der Startschuss fiel, wird gebaut. Nun hat die Siedlungsstraße offiziell ihren Namen erhalten.

Am Sonnabendnachmittag enthüllte Bürgermeister Michael Fischer (CDU) im Beisein von Nachbarn, Ratsmitgliedern und Familienangehörigen das Straßenschild, das in Zukunft an das Ärzte-Ehepaar Dr. Adelheid und Kurt Richard erinnert. Er dankte Lucia Schröer, die den Anstoß zu dieser Namensgebung gegeben hatte.

Der Vorsitzende des Heimatvereins Markus Meckelnborg, der sich seit Jahren stark für die Ehrung des Ärzteehepaares eingesetzt hatte, würdigte ihr Leben und Wirken. Besonders hob er das Wirken von Dr. Adelheid Richard hervor, die im II. Weltkrieg als junge Ärztin und Mutter allein und unter schwierigsten Bedingungen die medizinische Versorgung der Gemeinde Emstek verantwortete. Ihr Mann war als Soldat und in Kriegsgefangenschaft geraten, aus der er 1945 entlassen wurde. Nach dem Krieg waren die Eheleute, die sechs Kinder hatten, zunächst weiter die einzigen praktizierenden Ärzte der Gemeinde. „Die älteren Bewohner der Gemeinde erinnern sich noch mir großer Hochachtung an die Richards“, betonte Meckelnborg vor allem an die Söhne Rudolf, Arno und Gisbert gerichtet, die angereist waren.

Prof. Gisbert Richard, langjähriger Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, betonte, dass nicht der Name Richard mit dieser Namensgebung geehrt werden soll, sondern die Werte und Tugenden, die die beiden Mediziner verkörpert und gelebt hätten. „Es geht hier nicht nur um die Personen, sondern um die Grundhaltung als Ärzte Tag und Nacht für seine Patienten da zu sein. Das Telefon war bei uns jeden Tag an und unsere Eltern waren sieben Tage in der Woche für ihre Patienten erreichbar. Wir Kinder haben ein gutes Fundament bekommen“, erinnerte er sich. Neben ihm traten drei weitere Richard-Kinder in die beruflichen Fußstapfen ihrer Eltern. Zwei Kinder sind heute als Juristen tätig.

Die Stichstraße in der Siedlung erinnert an den Kirchenrechtler Dr. Dr. Franz Große-Wietfeld (1893-1958). Der Mitgestalter der Rechtsprechung an deutschen Diözesangerichten verbrachte seinen Lebensabend in Emstek.

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