Emden Über 70 Mal sind die Feuerwehren in Emden am Montagabend ausgerückt, um vollgelaufene Keller nach einem kurzen, aber heftigen Gewitter leer zu pumpen. Gegen 17.30 Uhr zog eine Regenfront über die Seehafenstadt hinweg, die Niederschläge von 60 Litern pro Quadratmetern mit sich brachte – niedersachsenweit der höchste Messwert des Deutschen Wetterdienstes an diesem Tag. Kein Wunder also, dass sich in Teilen der Stadt das Wasser zu kleinen Seen anstaute. „Die Straßen standen teilweise unter Wasser“, sagte Nils Andersson, Betriebsleiter beim städtischen Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden (BEE). Die Wassermassen hätten sich jedoch schnell zurückgebildet. Trotzdem war der BEE zwischenzeitlich mit zwei Kanalreinigungsfahrzeuge im Einsatz.

Barenburg besonders betroffen

Vor allem im Stadtteil Barenburg und dem angrenzenden Conrebbersweg hatten Dutzende Kellerbesitzer mit den Wassermengen zu kämpfen. Dabei ist die Kanalisation in Emden durchaus für große Regenmengen ausgelegt, aber bei Niederschlagsmengen wie am Montagabend gerate auch diese an ihre Grenzen, so Andersson. Hinzu kommt, dass der Boden aufgrund der mehrere Tage andauernden Trockenheit entsprechend wenig Wasser aufnehmen konnte. Letztlich rückten die Kameraden der Feuerwehr deshalb 75 Mal aufgrund des Stichworts „Wasser im Gebäude“ aus. „Ist Gefahr im Verzug, weil ein Keller voll Wasser steht, gehört das zu den Aufgaben der Feuerwehr“, erklärte Wachabteilungsführer Reno Oostinga von der Emder Berufsfeuerwehr. Erst gegen 1 Uhr am frühen Dienstagmorgen konnten die letzten Einsätze beendet werden.

Auch in Wolthusen, wie hier im Filkuhlweg, mussten Radfahrer zeitweise durch einen See aus Regenwasser fahren. Bild: privat

Ein Grund, warum so viele Kellerräume in Emden vollliefen, könnte laut Andersson das Fehlen einer Rückschlagklappe oder einer Hebeanlage, sprich eine kleine Pumpe sein. „Gibt es keine, kann es passieren, dass das Wasser durch den Bodenablauf hochgedrückt wird.“ Man weise die Bürger zwar immer wieder darauf hin und stehe beratend zur Seite, letztlich sei der Einbau aber Sache des Gebäudeeigentümers.

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Starke Regenfälle nicht ungewöhnlich

Ungewöhnlich sind Regenfälle dieser Art dabei nicht: „Wir haben diese Ereignisse immer wieder“, sagte BBE–Betriebsleiter Andersson. „Es gibt diese Regenmengen aber nur im Sommer bei starken Gewitterniederschlägen, die zwischen April und September vorkommen“, erklärte Diplommeteorologe Jürgen Schmidt, Geschäftsführer vom Wetterkontor und Experte in Sachen Niederschläge. Für die Natur sei der Sommerregen, auch wenn er einmal etwas heftiger ausfalle, zwar gut, „aber er führt immer wieder zu Überflutungen“, weiß der Wetterfachmann. Immerhin sind am Montag drei Viertel der Niederschlagsmenge des gesamten Augusts in Emden gefallen, wie Schmidt erklärte. Laut Wetteraufzeichnungen der vergangenen 30 Jahre fielen in der Stadt im August im Durchschnitt 84 Liter Regen pro Quadratmeter – dann allerdings im gesamten Monat.

Anders als beim Gewittersturm Ende Juni musste die Feuerwehr dieses Mal nur zwei Mal abgebrochener Äste beseitigen. Bild: Feuerwehr Emden

Anders übrigens als beim letzten großen Gewitter Ende Juni gab es dieses Mal kaum Einsätze aufgrund umgestürzter Bäume. Nur zwei Mal musste die Feuerwehr ausrücken, um Äste von Fahrbahnen und Autos zu räumen.

Dafür kam es in der Folge von Aquaplaning zu einem Unfall auf der Autobahn 31, bei dem der Fahrer jedoch unverletzt blieb. Der 43-jähriger Auricher war gegen 17.15 Uhr in Richtung Emden unterwegs gewesen, als er zwischen dem Autobahndreieck Leer und der Anschlussstelle Veenhusen zunächst nach links von der Fahrbahn abkam und anschließend mit der Mittelschutzplanke kollidierte.

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Elisabeth Ahrends Redaktionsleitung / Emder Zeitung
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