Elsfleth Neben dem Eingangsbereich zum großen Hörsaal des Fachbereichs Seefahrt stand am Donnerstag ein großer Sack mit fragwürdigem Inhalt. Dieses Sammelsurium an Plastikplanen, Flaschen, Netzen, Leinen, Farbbehältern, Dosen und vielem mehr wurde im Meer aufgesammelt!

Dieser Sack voller Plastikmüll zeigte das Thema an, zu dem das Europäische Informationszentrum Niedersachsen und das niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz interessierte Gäste eingeladen hatte. Zum Symposium mit diversen Fachreferaten unter dem Motto „Alles Plastik, oder was? Mülltonne Meer“ begrüßte als Hausherr des Fachbereichs, Studiendekan Professor Dr. Christoph Wand, die Veranstalter, Referenten und Zuhörer.

Am Fachbereich Seefahrt, so betonte Wand, würden die Studierenden stets für das Thema „Verhütung von Meeresverschmutzungen“ sensibilisiert werden.

Die Moderation übernahmen Kristine Ambrosy-Schütze und Helge Ippensen vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems. Für das Europäische Informationszentrum war Cornelia Zügge vor Ort.

Die Vertreterin des niedersächsischen Umweltministeriums, Staatssekretärin Almut Kottwitz, sieht derzeit nur wenige Möglichkeiten, mit erfolgreichen Strategien und Lösungskonzepten der Plastikmengen Herr zu werden. Sie hoffe aber auf kluge Ingenieure, die in der Lage sein werden, die richtigen Konzepte zu entwickeln.

„Alles Plastik, oder was“ heißt, dass jährlich rund 100 Milliarden Plastiktüten verbraucht werden. Man hofft, dass eine neue Verpackungsrichtlinie der EU eine deutliche Reduzierung erwirkt.

Rund zehn Millionen Tonnen Abfälle, meist aus Kunststoff, machen alljährlich die Meere zu Müllkippen. Riesige Wirbel aus treibendem Müll zirkulieren in den Ozeanen und verdichten sich zu Müllteppichen. Im Laufe der Jahre zerkleinert sich das Plastik in Mikropartikel, die in die Nahrungsketten eingehen und von Meerestieren und Vögeln aufgenommen werden. Die Folgen für Mensch und Tier sind noch nicht absehbar.

Über die „Europäische Strategie zur Reduzierung von Kunststoffabfällen“ referierte Hugo Maria Schally von der Umweltgeneraldirektion der Europäischen Kommission, Forschungszielen spürte Meeresforscher Lars Gutow vom Alfred-Wegner-Institut nach und über Alternativen zu Plastik und Möglichkeiten zur Bergung und Beseitigung von Meeresmüll machte sich Dr. Heribert Wefers Gedanken.

Der Ansatz einer Lösung gegen die Meeresverschmutzung sei, so die Referenten, nicht nur die Entsorgung der Müllmassen, sondern die Vermeidung von Müll. Die „Müllkippe Ozean“ zwingt die Menschen dazu, den Müll aus dem Meer herauszuholen, ihn nicht mehr ins Meer zu verbringen und unproblematische Produkte zu gestalten.

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