Elsfleth /Beckdorf Riesengroßer Jubel bei den Oberliga-Handballern des Elsflether TB: Beim SV Beckdorf feierte der Aufsteiger am Samstagabend seinen ersten doppelten Punktgewinn der noch jungen Saison. „Das war eine schwere Geburt“, pustete ETB-Trainer Sascha Klostermann nach Spielende kräftig durch. „Wir haben trotz eines Durchhängers vor der Halbzeitpause die Köpfe oben behalten, die Ruhe bewahrt und verdient gewonnen“, sagte der Coach nach dem 32:31-Erfolg.

Eine Woche nach der Niederlage zum Saisonauftakt gegen Drittliga-Absteiger SG VTB/Altjührden kamen die Elsflether auch in der Sporthalle „Auf dem Delm“ hervorragend aus den Startlöchern. Linksaußen Klaus Fuhrmann hatte die Gastgeber nach 37 Sekunden zwar noch in Führung gebracht, doch Bastian Rambau, zweimal Spielertrainer Bela Rußler und Fynn Oberegger drehten den Spieß innerhalb von fünf Minuten um. „Diese Reaktion wollten wir zeigen“, sagte Bela Rußler nach dem Spiel, „wir hatten uns vorgenommen, von Anfang an bissig zu sein, uns Chancen zu erarbeiten und diese auch konsequent zu nutzen.“

Mit flottem Angriffshandball allein war es in Beckdorf aber nicht getan. Auch auf eine kompakte Abwehr und gute Torhüter sollte es ankommen. Der SV Beckdorf um Spielertrainer Jürgen Steinscherer hatte am ersten Spieltag in Fredenbeck insgesamt zwar nur 22 Treffer erzielt, 12 davon gingen allerdings auf das Konto von Neuzugang Karol Moscinski. „Da mussten wir schon sehr wachsam sein“ wusste Klostermann.

Riegel hält

Fast 14 Minuten lang hielt der Riegel aus Deckung und Torhüter Kevin Danielzik gegen den Rückraumspieler des SV. Nach seinem Premierentreffer zum 7:9 war sein persönlicher Knoten aber geplatzt – Moscinski traf bis zum Spielende überragende 14-mal. „Zuvor hatte er aber auch schon als Vorbereiter geglänzt“, lobte Klostermann.

Dass Individualisten im Mannschaftssport Spiele entscheiden können, steht außer Frage. Samstag war aber das Kollektiv gefragt. Und in diesem zeigte sich der ETB von der „Moscinski-Show“ wenig beeindruckt. Bis zur 15:11-Führung sechs Minuten vor der Pause hatte der starke Bela Rußler schon fünfmal eingenetzt, Justus Pille vom Siebenmeterpunkt die Nerven bewahrt, Bastian Rambau jugendlich unbekümmert aufgespielt und auch Martin Wille einen Doppelpack geschnürt.

Unerklärlich die Minuten unmittelbar vor dem Seitenwechsel: Der ETB habe sich von einigen zweifelhaften Schiedsrichter-Entscheidungen dermaßen beeindruckt gezeigt, dass der Faden komplett verloren gegangen sei, so Rußler. „Dadurch kam unglaubliche Unruhe ins Team.“ Während sich bei Elsfleth mehr und mehr Fehler ins Spiel schlichen, ging Beckdorf umso beherzter zu Werke. Jeder Fehler des ETB wurde umgehend bestraft. Der SV glich in dieser Phase nicht nur aus, sondern ging mit einer 17:15-Führung in die Pause.

Richtige Worte

„Wir haben in der Kabine wohl die richtigen Worte gefunden“, sagte Rußler später. Der ETB zeigte direkt nach Wiederanpfiff endlich sein Gesicht der ersten 24 Minuten. Christ Santen und Markus Zindler stellten den Kontakt schnell wieder her. Bis zur 50. Minute begegneten sich die Kontrahenten auf Augenhöhe. Auf der einen Seite bekam Moscinski etwas Unterstützung von Michael-Leon Williams, auf der anderen nahm Florian Doormann das Zepter in die Hand, während Justus Pille die Zuverlässigkeit in Person blieb.

Durch einen kleinen Zwischenspurt setzte sich der ETB fünf Minuten vor dem Ende auf vier Tore ab (29:25). „Dadurch haben wir das Spiel letztlich gewonnen“, freute sich das Trainer-Gespann über die Vorentscheidung. Auffällig auch in dieser Phase: Vier verschiedene ETB-Torschützen hatten für den Vorsprung gesorgt. „Wir haben es heute mannschaftlich gelöst“, so Klostermann. Auch Torhüter Marcel Völkers, der nun für Danielzik zwischen den Pfosten stand, hätte tolle Paraden gezeigt. Die Gastgeber kamen in der Schlussminute zwar noch auf ein Tor heran, am Ende feierte Elsfleth aber seinen vielumjubelten ersten Saisonsieg.

Der ETB darf sich nicht allzu lange auf seinen Lorbeeren ausruhen. Schon am Donnerstag dieser Woche gastiert mit der HSG Barnstorf/Diepholz der nächste namhafte Prüfstein in der Elsflether Stadthalle (Anpfiff 20.30 Uhr). Barnstorf rehabilitierte sich am Samstag durch einen 28:24-Heimsieg gegen Titelanwärter VfL Fredenbeck. In der Woche zuvor hatte es zum Auftakt noch eine heftige 24:36-Abreibung beim TV Bissendorf-Holte gesetzt. „Wir müssen uns voll auf diese Aufgabe fokussieren“, gibt Bela Rußler die Marschroute vor. „Wir werden alles daran setzen, auch zu Hause die ersten Punkte einzufahren.“

Handball

ETB: Danielzik, Völkers im Tor; B. Rußler (8), Pille (7/4), Doormann (5), Wille (3), Santen (3), Zindler (2), Rambau (2), Oberegger (1), Jansen, Heinemann im Feld.

SVB: Fieritz, von Borstel im Tor; Moscinski (14/2), Williams (5), Fuhrmann (5), Usadel (2), Bowe (2), Steinscherer (1), Stancic (1), Jolitz (1), Hesslein, Kahrs, Osse, Benner im Feld.

Stationen: 1:4 (5.), 5:8 (11.), 9:11 (18.), 11:15 (24.), 17:15 (30.), 20:20 (42.), 23:24 (49.), 25:29 (55.), 29:32 (59.), 31:32 (60.)

Tobias Göttler Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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