LAUSANNE Mit der Abgabe des Bewerbungsbuchs für die Winterspiele 2018 beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hat für München der Endspurt im Kandidaten-Dreikampf begonnen. „Es war ein besonderer Moment. Wir können stolz auf das Bid Book sein“, sagte die Kuratoriums-Vorsitzende Katarina Witt. Zusammen mit Bewerbungs-Geschäftsführer Bernhard Schwank und dem Eishockey-Nachwuchsspieler Marcus Weber vom SC Riessersee gab sie am Dienstag das 396 Seiten starke Werk am IOC-Amtssitz im schweizerischen Lausanne ab.

Die Mitbewerber Annecy (Frankreich) und Pyeongchang (Südkorea) hatten ihre Bücher schon am Montag eingereicht. Die Entscheidung über die Vergabe der Winterspiele 2018 treffen etwa 115 IOC-Mitglieder auf der IOC-Vollversammlung am 6. Juli im südafrikanischen Durban.

„Aus unserer Sicht haben wir ein sehr gutes Buch auf die Beine gestellt. Es ist ein Tag, an dem wir uns freuen können, aber wir wissen auch, dass wir uns nicht ausruhen dürfen“, meinte Schwank.

In Grenzen hält sich immer noch die Freude von widerspenstigen Grundstücksbesitzern in Garmisch-Partenkirchen, wo die Ski-Wettbewerbe ausgetragen werden sollen. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude betonte, dass er im Streit mit den Bauern „kein ernsthaftes Hindernis“ sieht: „Es gibt einige Grundstückseigentümer, die sich tatsächlich verweigern, und nur eine Hand voll hat tatsächlich Grundstücke, die benötigt werden.“

„Es wird keine Einigung geben“, sagte dagegen Ludwig Seitz, Anwalt der Grundstückseigentümer, die ihren Boden nicht hergeben wollen: „Meine Klienten möchten, dass der Kelch der Olympischen Spiele an Garmisch-Partenkirchen vorübergeht. Sie wollen keine Olympischen Spiele in ihrem Ort.“

Die nächste Hürde bei der Bewerbung ist der Besuch der Evaluierungskommission vom 28. Februar bis 4. März. Das Bewerbungsbuch, in dem 17 Aspekte angeschnitten und 100 Garantien gegeben werden, ist die Grundlage der Prüfung vor Ort.

Alle drei Bewerberstädte mussten in den vergangenen Monaten auch mit Rückschlägen kämpfen. Abgesehen von den protestierenden Bauern in Garmisch-Partenkirchen mussten die Münchner den Rückzug der Grünen, des Dachverbandes für Naturschutz und den Rücktritt des Geschäftsführers Willy Bogner Anfang September verkraften.

Auch bei Annecy, das zudem das Bewerbungskonzept radikal zugunsten einer Konzentration auf zwei statt fünf Austragungszentren änderte, gab es jüngst einen Führungswechsel: Die Franzosen setzen nun auf den Unternehmer Charles Beigbeder und dem verstärkten Engagement von Ski-Legende Jean-Claude Killy. Favorit Pyeongchang erhielt Anfang November eine Verwarnung vom IOC wegen umstrittener Sponsoren-Aktivitäten südkoreanischer Firmen im Weltsport.

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