St. Petersburg Der beste Kader seit Jahren, eine Sturmreihe zum Verlieben und frei von allen Abstiegssorgen: Die mit viel Vorschusslorbeeren angereiste Eishockey-Nationalmannschaft will bei der WM in Russland (6. - 22. Mai) nach Jahren der Tristesse ein kleines Eis-Märchen schreiben. Für das anvisierte Viertelfinale ist aber ein Sieg im Auftaktspiel an diesem Sonnabend (15.15 Uhr/Sport 1) in der Jubileiny-Halle von St. Petersburg fast schon Pflicht.

„Das wird kein Spaziergang. Frankreich liegt einen Platz vor uns in der Weltrangliste, ist immer unangenehm zu spielen“, prophezeit Franz Reindl. Der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) glaubt zwar auch, dass die Voraussetzungen für das erste Viertelfinale einer DEB-Auswahl seit fünf Jahren gegeben sind, „aber wir müssen die PS auch erst einmal aufs Eis bekommen.“

Dafür soll schon gegen Frankreich der „Rie-Dra-Rei“-Sturm sorgen. Die Paradereihe mit den NHL-Jungstars Tobias Rieder, Leon Draisaitl und Patrick Reimer zeigte in der Vorbereitung teilweise traumhafte Kombinationen. Draisaitls Technik, Rieders Schnelligkeit und Reimers Erfahrung – Bundestrainer Marco Sturm hat mit dieser Mischung einen fast perfekten Angriff zusammengestellt.

Auch deshalb kann der deutsche NHL-Rekordspieler seine WM-Feuertaufe an der Bande kaum erwarten. „Ich bin glücklich, dass ich Bundestrainer bin und dass es nun endlich losgeht“, sagt Sturm: „Es war eine lange Vorbereitung, die Spieler sind auch heiß und freuen sich drauf.“

Das mit vier NHL-Profis gespickte Team kann befreit aufspielen, weil ein Abstieg aufgrund von Deutschlands WM-Gastgeberrolle im kommenden Jahr nicht möglich ist. Der Klassenerhalt wäre ohnehin nicht das Ziel gewesen, Draisaitl und Co. wollen höher hinaus. „Unser Ziel muss es sein, ins Viertelfinale zu kommen“, sagt Reimer.

Für den Einzug in die K.o.-Runde wird Deutschland nicht nur Frankreich und zum Gruppenabschluss Aufsteiger Ungarn schlagen, sondern auch in den direkten Duellen gegen die ähnlich stark einzuschätzenden Weißrussen und Slowaken punkten müssen. In den Spielen gegen Finnland, Titelverteidiger Kanada und die USA ist die DEB-Auswahl indes nur Außenseiter.

Zuletzt hatte die deutsche Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften immer wieder böse Pleiten kassiert, so wie beim deutlichen 0:10 vor einem Jahr in Prag gegen Kanada oder beim 4:12 bei der WM 2012 gegen Norwegen. Inzwischen ist jedoch ein anderer Geist in die Mannschaft eingezogen, Schadensbegrenzung gegen Spitzenteams ist nicht mehr angesagt. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, jedes Spiel so anzugehen, dass wir es gewinnen wollen“, sagt Reindl.

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