Hamar Es ist weit nach Mitternacht, als Historisches im Eishockey passiert. Um 2.33 Uhr am Montagmorgen reißt Joakim Jensen nach einem denkwürdigen Playoff-Spiel in Norwegen die Arme hoch, sinkt aufs Eis und wird fast von seinen jubelnden Teamkollegen erdrückt.

Es ist kein gewöhnliches Tor, es ist der Siegtreffer zum 2:1 der Storhamar Dragons gegen die Sparta Warriors Sarpsborg nach 217 Minuten und 14 Sekunden reiner Spielzeit. Das Duell, das am Sonntag um 18 Uhr in der Nordlichthalle von Hamar begonnen hatte, ging mehr als acht Stunden später als längstes Spiel in die Eishockey-Geschichte ein.

„Ich glaube, alle sind froh, dass sie jetzt nach Hause gehen und sich hinlegen können“, sagte Jensen dem Fernsehsender NRK nach der Partie. „Das Einzige, woran wir denken konnten, war, wann wir uns ausruhen können“, fügte sein Teamkollege Mikael Zettergren hinzu.

Das Match sei für die Spieler am Rande des Aushaltbaren gewesen, meinte Storhamar-Trainer Sjur Robert Nilsen. Beide Teams hätten mit Krämpfen zu kämpfen gehabt. „Wenn das Spiel sich der elften Periode nähert und es Nacht wird, nähert man sich der Grenze dessen, was für die Spieler gut ist.“ Sparta-Spieler Christopher Henriksen sagte: „Es gab niemanden, der ordentlich rangehen wollte, weil man dann Krämpfe gekriegt hat.“

5526 Zuschauer waren in die Arena gekommen, um das Spiel zu sehen. Mehr als 1000 von ihnen harrten nach einem Bericht der Zeitung „Verdens Gang“ sogar bis zum Ende aus – obwohl zur zehnten Pause in der Halle Pizza und Getränke ausgingen. Auch das Essen, das die Spieler nach der Partie bekommen sollten, war lange vor Spielende aufgebraucht. „In der achten oder neunten Periode wurde uns Schokoladenkuchen in Boxen serviert“, sagte Sparta-Trainer Lenny Eriksson: „Aber wir haben versucht, alles Essbare in uns hineinzustopfen.“

Als weltweit längstes Match galt bisher ein Stanley-Cup-Finale der Nordamerika-Liga NHL aus dem Jahr 1936. Damals siegten die Detroit Red Wings nach 176:30 Minuten in der sechsten Verlängerung mit 1:0 gegen die Montreal Maroons. Als bislang zweitlängste Begegnung wurde ein Spiel aus der Deutschen Eishockey Liga geführt. Vor knapp neun Jahren gewannen die Kölner Haie nach 168:16 Minuten in der sechsten Verlängerung mit 5:4 gegen Adler Mannheim.

An diesem Dienstag sehen sich die müden Helden von Hamar wieder, wenn das sechste Duell der Viertelfinal-Serie ansteht. Die Dragons führen mit 3:2, noch ein Sieg fehlt zum Weiterkommen.

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