München Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat sich wie erwartet von Bundestrainer Pat Cortina getrennt, der auslaufende Vertrag des 50-jährigen Italo-Kanadiers wird nicht verlängert. Das ist das Ergebnis eines Bilanzgesprächs zwischen Cortina und dem DEB-Präsidenten Franz Reindl am Mittwoch in Garmisch. Die Nationalmannschaft brauche „zur Neuaufstellung auf dem Weg zur Heim-WM 2017 auch einen personellen Neustart“, erklärte Reindl.

Wer die Nationalmannschaft zukünftig betreuen soll, ist noch unklar. Eine Entscheidung soll „vom DEB-Präsidium in Abstimmung mit dem DEB/DEL Direktorat und dem Kompetenzteam Sport mit Vertretern der Deutschen Eishockey Liga (DEL) getroffen“ werden. Die Gespräche sollen spätestens Mitte Juni abgeschlossen sein.

Als Topkandidat gilt Stanley-Cup-Sieger Uwe Krupp. Der Trainer der Eisbären Berlin könnte zum DEB zurückkehren und in einer Doppelfunktion tätig sein.

Krupp wäre eine ideale Möglichkeit, der Heim-WM ein prominentes deutsches Gesicht zur bestmöglichen Vermarktung zu geben. Der 49-Jährige war bereits einmal Bundestrainer und bildete mit dem damaligen DEB-Sportdirektor Franz Reindl bis 2011 ein erfolgreiches Gespann. Dann musste er unter dem damaligen DEB-Präsidenten Uwe Harnos gehen, weil er einen Vertrag bei den Kölner Haien unterschrieb. „Die Krupp-Ära zu beenden war ein Fehler ohne Not“, hatte Reindl bei der Weltmeisterschaft in Tschechien gesagt.

Krupp hat nach eigenen Angaben noch keine Gespräche mit dem Deutschen Eishockey-Bund über eine Rückkehr als Bundestrainer geführt. „Im Moment wird viel spekuliert. Wenn ich auf der Liste bin, dann freut mich das. Das heißt nicht, dass ich der einzige Kandidat bin“, sagte der 49-Jährige der Deutschen am Mittwoch. „Ich glaube, es müssen viele Entscheidungen im Hintergrund abgestimmt werden, bevor man sich genau einig ist, wer der richtige Kandidat für den DEB ist“, sagte Krupp.

Der Trainer der Eisbären Berlin könnte das Bundestrainer-Amt in einer Doppelfunktion ausüben. Er selbst hielt eher eine Teamlösung für möglich. „Es kommt immer darauf an, wie die Rolle des Bundestrainers von DEB und DEL in Zukunft definiert wird. Wenn es die eine Person sein soll, die sich um alles kümmert, dann ist es in der Doppelposition nicht realistisch“, betonte Krupp.

Der Verband kündigte an, dass eine Entscheidung „vom DEB-Präsidium in Abstimmung mit dem DEB/DEL Direktorat und dem Kompetenzteam Sport mit Vertretern der Deutschen Eishockey Liga (DEL) getroffen“ werden soll. Die Gespräche sollen spätestens Mitte Juni abgeschlossen sein. Krupp wird sich vorerst für zwei Wochen in den Urlaub verabschieden.

In Prag schaffte es das deutsche Eishockey-Team zum vierten Mal nacheinander und zum dritten Mal unter Cortina nicht in ein WM-Viertelfinale. Trotz etlicher Absagen beendete Deutschland die Titelkämpfe aber mit einem respektablem zehnten Rang. „Pat Cortina ist ein guter Coach mit tollem Charakter, der immer mit Leib und Seele bei der Sache ist“, lobte Reindl. „Die umständehalber sehr schwere WM in Prag hat er bravourös gemeistert“.

Cortina hat auch die 2013 erstmals in der DEB-Historie gescheiterte Olympia-Qualifikation als Trainer zu verantworten und hatte wegen mäßiger Ergebnisse keinen Rückhalt mehr. 2014 in Minsk spielte die deutsche Auswahl mit Platz 14 die schlechteste WM seit 2009, als das Team unter Krupp sportlich abgestiegen war und nur wegen der Heim-WM 2010 erstklassig blieb. Cortina hatte das Nationalteam 2012 als Nachfolger des Schweizers Jakob Kölliker übernommen.

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