Oldenburg Antisemitismus stelle in Oldenburg gleichermaßen ein Problem dar wie in ganz Deutschland, da sind sich die 15 befragten jüdischen Jugendlichen aus Oldenburg einig. 14 der 15 Teilnehmer haben bereits persönlich negative Erfahrungen mit Judendiskriminierung gemacht und alle kennen weitere Juden, die Probleme mit antisemitischen Bürgern haben oder hatten. Über die Hälfte der Befragten befand sich bereits in einer Situation, in der sie aufgrund ihrer Religion Angst hatte. Ein Großteil dieser Erlebnisse lässt sich dabei auf Begegnungen unter Jugendlichen zurückführen.

Diese hohen Zahlen sind mit Blick auf das Alter der im Durchschnitt 15-Jährigen besorgniserregend. Auch in Oldenburg können unsere jüdischen Mitbürger ihre Religion nicht ohne Angst ausleben. Einer der Betroffenen – er kommt aus Deutschland – gibt an: „Ich wurde in der Schule gemobbt und beleidigt, weil ich als Jude zu den anderen gehöre. Fiel bei der Behandlung des Holocaust der Name Hitler, drehten sich alle Köpfe schlagartig zu mir. Und als wir das Thema Judentum behandelten, erwartete die ganze Klasse, dass ich alles über meine Religion weiß. Doch ich konnte eine Frage nicht beantworten und da sagte ein Mitschüler: ,Du kennst ja nicht einmal die Regeln von deinem eigenen Volk, wie willst du dann die von Deutschland können? Geh dahin zurück, wo du herkommst!´“ Dieser Hass, der sich nicht nur auf subtile Weise in Oldenburger Klassenräumen abspielt, ist kein Einzelfall.

Solche Fälle fänden an allen Schulformen und überall in Deutschland statt, so der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Es ist daher kein Wunder, dass 80 Prozent der Befragten schon einmal ihren Glauben verheimlichten, um nicht von ihrem Gegenüber verurteilt zu werden. Vor allem in der Schule erzählen die meisten Juden niemandem von ihrer Religion.

Doch Diskriminierung spielt sich heutzutage ebenfalls in der digitalen Welt ab. Auch den befragten Oldenburgern sind antisemitische Äußerungen im Internet begegnet. Wenige haben sogar persönliche Erfahrungen mit Judenhass auf Social-Media-Plattformen gemacht.

Viele der herrschenden Ressentiments seien auf mangelndes Wissen zurückzuführen. Die befragten Jugendlichen sind der Meinung, das Judentum und die jüdische Geschichte werde zu wenig beziehungsweise falsch behandelt. Es gelinge den Schulen nicht ausreichend, die Schüler entgegen antisemitischer Ansichten zu erziehen.

Doch gleichzeitig lassen sich auch Offenheit und Toleranz unter den Oldenburgern erkennen. So haben 80 Prozent der jüdischen Jugendlichen auch schon positive Erfahrungen mit Menschen aufgrund ihres eigenen Glaubens gemacht. Nun gilt es, diesen positiven Gegenpol zu verstärken. Für den Austausch zwischen Juden und Nicht-Juden gibt es vielversprechende Dialogprojekte wie „Meet a Jew“, in dem Wissensvermittlung, Begegnungen und Spaß miteinander verbunden werden. Schulen, Universitäten und Sportvereine können sich an das Projekt wenden und somit vielen jungen Menschen eine tolle Erfahrung ermöglichen.

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