Delmenhorst Die Nachfrage nach Eiern aus Bio- oder Freilandhaltung nimmt weiter zu. Stand 2018 in Deutschland betrug der Anteil von Bodenhaltung an der Gesamtproduktion 62 Prozent, Freilandhaltung hatte einen Anteil von 18 Prozent, Käfighaltung hatte einen Anteil von 9 Prozent und bei der Biohaltung betrug der Anteil 11 Prozent, laut statistischem Bundesamt.

Auch in Niedersachsen gibt es einen Wandel, fast jedes zweite deutsche Ei aus Biohaltung kommt mittlerweile aus Niedersachsen. Um diese Produktion weiter zu fördern, kündigte Christian Meyer, stellvertretender Vorsitzender der Grünen-Landtagsfraktion, an, demnächst die Umstellprämie auf 400 Euro pro Hektar zu erhöhen. Eine solche Prämie soll die neu anfallenden Stallkosten für den Landwirt erleichtern und so den Umstieg attraktiver machen.

Denn bezüglich der Stallkosten bewegt man sich für einen neuen Biohaltungsstall zwischen 1 und 1,1 Millionen Euro. Diese Zahlen gelten für einen Stallplatz mit 18 000 Plätzen für Biolegehennen die eine Auslauffläche von 7,2 Hektar beanspruchen. Diese Kosten mögen jetzt viel erscheinen, jedoch ergibt die Haltungsform eine Gewinnerwartung von 40 000 Euro im Jahr, sagt ein Sprecher der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Durch die Prämie und die immer steigende Nachfrage nach Freiland- und Bio-Eiern würde es doch für viele Bauern verlockend klingen, ihr Konzept der Massentierhaltung zu einer umwelt- und tierfreundlicheren Landwirtschaft umzustellen. Doch welche Vor- und Nachteile bietet es ihnen?

Was für die Tiere mehr Platz und einen geräumigeren Auslauf im Freien bedeutet, heißt für den Bauern erhöhte Kosten, die der Verbraucher durch höhere Preise für Eier zahlen muss. Durch minimalen Einsatz von Antibiotika, verbesserten Geschmack von Bio-Eiern und durch einen erhöhten Grünanteil bei den Futtermitteln, sind die Verbraucher oft dazu bereit diesen Preis zu zahlen. Ein Risikopunkt der Freilandhaltung ist ein erhöhtes Gefahrenpotenzial hinsichtlich der Geflügelkrankheiten. Auch die Thematik eines Salmonellenausbruchs, sowie die Gefahr der Vogelgrippe nimmt in der Freilandhaltung zu. Am Ende muss der investitionswillige Landwirt zwischen der einzelbetrieblichen Chance und dem regional gegebenenfalls hohen Krankheitsrisiko abwägen.

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