Feldhake /Klattenhof Der Mann bringt auch noch 100 Jahre nach seinem Tod viele Menschen zusammen. Er lässt die Dorfgemeinschaft Klattenhof und den Orts- und Heimatverein Bürstel-Immer den großen Stühe und Gemeindegrenzen überwinden, um mit einem großen Fest an ihn zu erinnern. Die Rede ist von Hasen-Ahlers, 1831 in Klattenhof geboren, 1913 in Immer gestorben.

Mit einem abwechslungsreichen Programm beim Hasen-Ahlers-Denkmal in Feldhake wurde am Sonntag an das legendäre Original erinnert. Chorgesang vom Brettorfer Chor TonArt und der Singgemeinschaft Immer, Instrumentalmusik der Dingsteder Jagdhornbläser, Theaterstück mit Szenen aus dem bewegten Leben des Originals, die Ausstellung von historischen Bildern und Stücken und weitere Stände lockten die Besucher zur ganztägigen Veranstaltung an.

„Er war ein Sonderling, Wilddieb, Einsiedler und soll mehr als 50 Mal im Gefängnis gesessen haben“, so Dötlingens Bürgermeister Heino Pauka in seinem ungewöhnlichen Grußwort. Er bestieg zusammen mit Christel Zießler, stellvertretende Ganderkeseer Bürgermeisterin, das Rednerpult. In Dialogform widmeten sich die beiden der Frage, ob sie wirklich ein Grußwort für einen Wilddieb sprechen sollten.

Klare Antwort: auf alle Fälle. Wer 100 Jahre nach seinem Tode noch so bekannt und beliebt sei, der habe es auch verdient, mit einem besonderen Festtag gefeiert zu werden. Schon zu Lebzeiten sei „Hasen-Ahlers in Sachen Selbstvermarktung ein Genie“ gewesen. „Er ließ sich für Geld fotografieren, ließ Postkarten drucken und verkaufte diese. Er hatte sogar ein eigenes Lied“, erzählte Pauka. „Die Menschen mochten ihn und mögen ihn noch heute.“

„Er ist wichtig für die Identifikation“, so Landrat Frank Eger, der die Bodenständigkeit des Hasen-Ahlers rühmte. Das Fest sei ein gutes Beispiel, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Für die oldenburgische Landschaft würdigte Vize-Präsident Ernst-August Bode diese Traditionspflege.

Gerold Schnier, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, nannte zwei Gründe für die Popularität dieses Unikums: „Wir haben kein anderes Original“ und „Sein Umgang mit der Obrigkeit stößt auf Bewunderung“. Wie Werner Wachtendorf, Vorsitzender des Orts- und Heimatvereins Bürstel-Immer, dankte Schnier der Familie Potthoff für die Bereitstellung der Fläche samt Scheune für die Feier. „Eine tolle Ecke“, fand auch Bürgermeister Pauka.

Souvenirs vom Hasen-Ahlers gab und gibt es immer noch reichlich. Das belegte das Fest am Sonntag. Neben historischen Karten und Objekten lag der neue Kalender für 2014. Birgit Gödeker hat ihn zusammengestellt mit Bildern aus dem Fundus vom Hasen-Ahlers-Spezialisten Gerold Spille. Selbst ein gleichnamiger Schluck war am Stand von Imker Götz Neuber zu haben. Nicht zu vergessen: Auch das Hasen-Ahlers-Lied erklang, angeführt vom Brettorfer Chor.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.