Haidhäuser Offiziell eingeweiht wurden am Wochenende der Bürgerwindpark Dötlingen und das Repowering-Vorhaben der benachbarten Windenergieanlagen (WEA) in Hengsterholz (Gemeinde Ganderkesee). Mit einer Feier in einem Festzelt direkt am WEA-Standort Nummer 7 auf Dötlinger Seite, zu der knapp 300 Gäste eingeladen worden waren, stellten die VR Energieprojekte Dötlingen GmbH (zwölf Neuanlagen) und die Projekt-Firmengruppe Oldenburg (drei Repoweranlagen) als Projektierer die beiden Vorhaben vor.

Hermann Raschen, Geschäftsführer VR Energieprojekte, erinnerte nicht nur an den April 2012, als das Kapitel Windkraft für die Volksbank Wildeshauser Geest begann, sondern verglich aus heutiger Sicht das Gesamtvorhaben mit einem Boot. „Mit der Einweihung liegt dieses Boot jetzt nicht etwa auf dem Trockenen, weil das Projekt abgeschlossen ist, sondern nun gilt es, weiterhin im Fahrwasser zu steuern.“ Damit sprach Raschen die Verwaltung der Betreibergesellschaften VR Bürgerwindpark Dötlingen GmbH & Co. KG sowie VR Energiepark Haidhäuser GmbH & Co. KG an, aber auch eine bedarfsgerechte Nacht-Befeuerung der Anlagen, die Leistungsoptimierung, den Bürgerstromtarif, die Speicherung von Energie und Anschlussmöglichkeiten ans Umspannwerk in der Gemeinde Prinzhöfte an.

Zu den Eckdaten: Im November 2015 starteten die vorbereitenden Bauarbeiten mit dem Wegebau. Acht Hektar neu überbaute Schotterfläche wurden angelegt, dazu 200 000 Kubikmeter Boden bewegt. 1000 Rüttelstopfsäulen für die Fundamente gegründet. 12 000 Kubikmeter Beton und etwa 1100 Tonnen Baustahl verarbeitet und zwölf Kilometer Kabel verlegt. Für all das waren 20 000 LKW-Fahrten zu koordinieren.

Montage startet 2016

Im Mai 2016 starteten die ersten Montagearbeiten der Anlagen. Am 20. Juni waren schon die ersten drei WEA betriebsbereit. Im Januar begann die Einwerbung des Zeichnungskapitals für den Bürgerwindpark. Ein Vorhaben, das zusammen mit der Politik „Betroffene zu Beteiligten machen“ sollte, so das Motto. Rund 150 Bürger zeichneten ihre Einlagen. Am Eigentümerwindpark sind 30 Landeigentümer beteiligt.

Und das Ergebnis kann sich schon jetzt sehen lassen: Seit August 2016 drehen sich elf WEA vom Typ Vestas GFV 126 mit einer Nennleistung von je 3,3 Megawatt (MW). Gesamtleistung: 39,6 MW. Kalkulierte Jahresleistung rund 100 Mio. KW. 25 000 Privathaushalte lassen sich damit versorgen. CO2-Einsparung: 1,4 Mio. Tonnen bei einer Gesamtinvestition von rund 70 Mio. Euro.

Imposante Zahlen, die auch Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille zu würdigen wusste. „Von den umweltpolitischen Auswirkungen profitiert auch unsere Gemeinde und wir konnten um 100 Meter weitere Abstände als gesetzlich vorgeschrieben zu den Anwohnern durchsetzen“, so Spille. Dank neuer Transpondertechnik würden in naher Zukunft die roten Warnlichter nur noch blinken, wenn sich Flugzeuge nähern.

Verständnis für Anlieger

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Trotz aller Technik und Schutzmaßnahmen mahnte Spille das Verständnis für diejenigen an, die unter den Anlagen leiden würden. „Es bleibt mir der persönliche Eindruck, dass bei der Errichtung von großen Projekten ein immenser Aufwand betrieben wird, um Tiere zu schützen. Für die direkt betroffenen Menschen sehe ich diese Rücksichtnahme leider nicht“, so Spille. „Die demokratischen Wege sind eingehalten und die Auflagen alle sauber eingearbeitet worden.“ Ubbo de Witt von der Projekt-Firmengruppe schilderte die Vorteile des Repowerings.

Am Samstagnachmittag hatte die Bevölkerung die Gelegenheit, sich auf dem Gelände umzuschauen. Mit Turmführung, Hüpfburg, Kremserfahrten der Landjugend sowie Speis und Trank konnte sich an den Ständen zu Fragen rund um die Windenergie informiert werden.

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