Berlin (dpa) - Facebook will in Sachen Privatsphäre und Datenschutz transparenter werden. Aus Anlass des Europäischen Datenschutztages startete die Plattform eine neue Aufklärungskampagne darüber, wie Facebook die Daten seiner Nutzer verwendet und wie man selbst die eigenen Daten am besten verwaltet.

Die Nutzer sollen künftig einfacher entscheiden können, welche Inhalte sie mit welchen Personenkreisen teilen wollen. Facebook veröffentlicht auch erstmals Details dazu, welche Informationen die Plattform sammelt und wie diese verwendet werden. Den Nutzern sollen künftig Werkzeuge zur Verwaltung der Privatsphäre-Einstellungen auch übersichtlicher an einem Ort angeboten werden, kündigte das Unternehmen an.

In kleinen Videos will Facebook in der bis Ende Februar geplanten Kampagne seinen Nutzern Tipps zu wichtigen Datenschutzthemen geben. Kleinen und mittelständischen Unternehmen will Facebook zudem in Europa mit Workshops zu Datenschutz-Fragen unter die Arme greifen. Dabei solle es zunächst um die Umsetzung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung gehen, die im Mai in Kraft tritt, erläutert der für Datenschutz zuständige Facebook-Manager Erin Egan in einem Blog-Eintrag. Mit der neuen Transparenz-Offensive dürfte sich Facebook aber gleichzeitig auch selbst auf die dann geltenden Richtlinien vorbereiten.

In Sachen Datenschutz steht Facebook immer wieder in der öffentlichen Kritik und auch im Fadenkreuz der Behörden. Schließlich lebt das Unternehmen als Werbeplattform von den Daten der Nutzer. Aktuell wirft etwa das Bundeskartellamt dem Unternehmen von Mark Zuckerberg missbräuchliche Datensammlungen vor. Stein des Anstoßes ist unter anderem, dass Facebook auch auf Seiten von Drittanbietern Nutzerdaten sammelt, sobald dort ein Facebook-Button integriert ist. Eine Entscheidung der Behörde wird für den Frühsommer erwartet.

In Österreich droht Facebook eine Musterklage wegen Datenschutzverstößen. Der Wiener Aktivist Max Schrems hatte in der vergangenen Woche vor dem Europäischen Gerichtshof das Recht erstritten, den Internetriesen in seiner Heimat zu verklagen. Der EuGH lehnte allerdings eine von Schrems angestrebte Sammelklage gegen Facebook in Österreich ab. Schrems hatte 2011 in Irland Beschwerde gegen Facebook wegen Datenschutzverstößen eingereicht, seither wurde um die Zuständigkeiten von Gerichten gestritten.

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