Flaggschiff zum Motorbootpreis
Das Smartphone Honor 10 im Test

Mit dem Honor 10 stellt die Huawei-Tochter potenzielle Käufer eines Android-Smartphones vor allem vor eine Frage: Warum noch mehr als 400 Euro für ein Smartphone ausgeben?

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Für knapp 400 Euro bietet das Honor 10 etliche Funktionen, die sonst Oberklassemodellen vorbehalten sind. Foto: Robert GüntherBild: dpa-infocom GmbH
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Als Betriebssystem ist Googles Android 8 auf dem Honor 10 installiert. Honor verziert es mit der hauseigenen EMUI-Oberfläche. Foto: Christophe GateauBild: dpa-infocom GmbH
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Das Honor 10 kommt mit einem hochauflösenden Full-HD+-Display zu den Nutzern. Foto: Christophe GateauBild: dpa-infocom GmbH
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Frontkamera, Sensoren und einer der Lautsprecher des Honor 10 stecken im aktuell modischen «Notch» und ragen ins Display hinein. Foto: Christophe GateauBild: dpa-infocom GmbH
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Mensch erkannt, Porträtmodus aktiviert. Die künstliche Intelligenz der Kamera im Honor 10 stellt sich in vielen Fällen automatisch auf das erkannte Motiv ein. Foto: Robert GüntherBild: dpa-infocom GmbH
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Die Doppelkamera des Honor 10 hängt mit einem Neuralprozessor zusammen. Dieser soll mit «künstlicher Intelligenz» für bessere Fotos und Videos sorgen. Foto: Christophe GateauBild: dpa-infocom GmbH
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Im AI-Kameramodus erkennt das Honor 10 zum Beispiel Blumen und passt die Einstellungen für besonders schöne Farben an. Manchmal übertreibt die Automatik dabei etwas. Foto: Robert GüntherBild: dpa-infocom GmbH
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Die Kamera des Honor 10 erkennt Motive wie hier den blauen Himmel - und passt die Einstellungen von Blende, Belichtung und Empfindlichkeit entsprechend an. Foto: Robert GüntherBild: dpa-infocom GmbH
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USB-C-Buchse, Kopfhöreranschluss und Lautsprecher sind an der Unterseite des Honor 10 zu finden. Foto: Christophe GateauBild: dpa-infocom GmbH
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Berlin (dpa/tmn) - Wo Honor drauf steht, ist Huawei drin - und zwar für viel weniger Geld. Das spricht sich allmählich herum. Mit dem Honor View 10 hat der chinesische Hersteller im Frühjahr bereits eine leicht abgerüstete Ausgabe eines Huawei-Smartphones auf den Markt gebracht.

Jetzt legt er mit dem Honor 10 nach. Darin steckt größtenteils ähnliche Technik wie im aktuellen Oberklassemodell Huawei P20. Statt rund 625 Euro zahlen Käufer aber nur 399 Euro.

Das Gehäuse ist aus schimmerndem Metall, Vorder- und Rückseite bestehen aus Glas. Das 5,8 Zoll große IPS-Display ist hochauflösend (2280 zu 1080 Pixel) und hell. Oben ragen - wie es derzeit Mode ist - Lautsprecher, Frontkamera und Sensoren ins Display hinein.

Trotz des Mittelklassepreises fühlt sich die Kombination sehr hochwertig an. Nur die Position des Fingerabdrucksensors unterhalb des Bildschirms sorgt für unnötige Verrenkungen der Hand. Dafür stören keine glitzernden Hersteller-Schriftzüge das Bild.

Apropos Fingerabdrucksensor: Der erwies sich im Test beim ersten Auspacken als nahezu nutzlos. Auch nach mehrmaligem Anlernen erkannte er keinen Finger zuverlässig - ein Problem, das erst Ende Juni durch ein Update gelöst wurde. Das mag man nun schlechten Auslieferungsstandard nennen oder aber gute Modellpflege. Einmal funktionsfähig, gehört der Sensor zu den schnellsten auf dem Markt.

Ab Werk wird das Honor 10 mit Android 8 und Huaweis eigener Benutzeroberfläche EMUI ausgeliefert. Die erinnert optisch stark an Apples iOS, ohne allerdings so übersichtlich zu sein. Wer sie nicht mag, kann im Play Store etliche andere Android-Launcher installieren, die intuitiver zu bedienen sind.

Bei der Installation müssen Käufer aufpassen - an etlichen Stellen versucht das Gerät, Nutzer zur Teilnahme an Kundenzufriedenheitsprogrammen, Werbeaktionen oder Cloud-Lösungen zu bewegen. Außerdem ist viel Bloatware vorinstalliert, die sich schwer entfernen lässt. Darunter sind zum Beispiel Spiele oder Apps von Facebook. Und auf noch eine Sache muss man sich einstellen: Es gibt keinen Steckplatz für eine Speicherkarte. Die 64 oder 128 Gigabyte Festspeicher sind alles, was es gibt.

Im Inneren des Honor 10 steckt Huaweis aktueller Spitzenprozessor Kirin 970 mit neuralem Prozessor für die Anwendung künstlicher Intelligenz (AI). Mit dieser wird auch auf der Rückseite des Telefons geworben: Dort stecken die zwei Linsen der "A.I. Camera" - im Gegensatz zu den vergleichbaren Huawei-Modellen kommt sie ohne Leica-Schriftzug aus. Sie besteht aus einem 16-Megapixel-Sensor und einem 20-Megapixel-Monochromsensor. Gemeinsam ermitteln die Kameras Tiefeninformationen - etwa für Hintergrundunschärfe bei Porträtfotos.

Herzstück der Kamera ist aber der AI-Modus, bei dem die künstliche Intelligenz für schönere Fotos sorgen soll. Wie er arbeitet, wird recht schnell sichtbar, zum Beispiel wenn man die Kamera auf Pflanzen hält. Dann erkennt sie das und stellt Belichtung, Farben und Kontraste entsprechend ein. Auch Essen, Tiere, Architektur oder Landschaftsaufnahmen erkennt die Kamera. Meistens gelingen die Bildverbesserungen ganz gut, gerade bei schwierigen Lichtsituationen wie bewölktem Himmel oder viel Sonne. Manchmal wirken die Farben aber auch unnatürlich grell oder Kontraste geraten etwas stark.

Bei der Kamera wird aber auch der Unterschied zur teureren Hauwei-Riege sichtbar. Das Honor 10 verfügt über keine optische Bildstabilisierung. Eine elektronische Bildstabilisierung per Software wurde während des Tests per Update nachgerüstet. Was auch fehlt, ist der gute Nachtmodus anderer Spitzenmodelle. Entsprechend schwach geraten Aufnahmen bei Dunkelheit ohne Stativ oder stabile Auflage.

Fazit: Die Markenpolitik des chinesischen Konzerns wirkt beim Honor 10 nahezu absurd. Das Gerät wirkt tadellos verarbeitet, leistungsstark und muss sich vor anderen Spitzenmodellen und dem technisch nahezu identischen Huawei P20 nicht verstecken, vor dessen Lite-Version schon gar nicht. Leichte Abstriche müssten Käufer höchstens bei der fehlenden optischen Bildstabilisierung und den etwas schwachen Bildern bei schlechtem Licht machen. Aber dafür spart man bei der Anschaffung im Vergleich leicht mehrere Hundert Euro.

Das Honor 10 gibt es mit 64 Gigabyte Speicher für 399 Euro. Die Version mit 128 Gigabyte kostet 449 Euro.

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