Berlin (dpa/tmn) - Rund um den Fernseher können sich die Fernbedienungen stapeln: eine für das TV-Gerät, eine für den Receiver, eine für den DVD-Player und unter Umständen noch eine für den Sound. Abhilfe schaffen Universalfernbedienungen.

Die meisten dieser Alleskönner können neben Fernseher und Co. etwa auch Musikanlage und Licht steuern. Besonders für ältere Menschen kann es interessant sein, eine Universalfernbedienung anzuschaffen - insbesondere solche mit einer reduzierten Zahl besonders großer Tasten mit klarer Beschriftung, die vielleicht sogar beleuchtet sind.

Lohnenswerte Anschaffung

Außerdem bieten sie sich als günstiger Ersatz für eine kaputte Originalfernbedienung an. "Auch ist die Anschaffung lohnenswert, wenn man sich ein Heimkino aus vielen Geräten zusammengestellt hat", sagt Jan Kluczniok vom Technikportal "Netzwelt.de". Die Nachfrage scheint vorhanden: Nach Angaben des Branchenverbands gfu wurden 2018 mehr als 900.000 dieser Fernbedienungen verkauft.

Was macht gute Geräte aus? Sie sollten sich vor allem einfach bedienen lassen. "Grundsätzlich gilt, dass man alle wichtigen Funktionen mit wenigen Tastendrücken, idealerweise sogar direkt auf der ersten Menüebene, finden sollte", sagt Frank Kreif vom Fachmagazin "Smart Homes".

Die Preise variieren stark. Günstige Modelle sind schon ab 15 Euro zu haben, Geräte mit zahlreichen Funktionen und Touch-Display können durchaus um die 200 Euro kosten.

Nicht zu viel erwarten

Wunderdinge darf man angesichts der Funktionsvielfalt moderner Smart-TVs, AV-Receiver und anderer vernetzter Geräte von seinem universellen Bedienhelfer allerdings nicht erwarten, wie Kluczniok klarmacht: "Eine Universalfernbedienung kann nicht automatisch alle anderen Remotes ersetzen. Vor allem günstige Modelle erlauben nur eine bestimmte Anzahl an Geräten gleichzeitig zu steuern." Daher scheitern die meisten von ihnen daran, wenn sie Geräte über das Heimkino und die Soundanlage hinaus lenken sollen.

"Wer Licht, Heizung und Entertainment steuern will, dem fehlen meist spezifische Funktionen", führt Kreif aus. Deshalb mache es Sinn, im fortgeschrittenen Heimkino eine andere Schnittstelle zu nutzen als bei der Kontrolle der Hausfunktionen in allen Räumen. Generell meint Kluczniok: Mehrere Fernbedienungen zu nutzen, lohnt vor allem, wenn die zu steuernden Geräte über mehrere Räume verteilt sind.

Alternativ zur Fernbedienung stehen Verbrauchern diverse Apps zur Verfügung. Viele Android-Smartphones haben einen Infrarotsender. In dem Fall braucht man nur die passende App zum Dirigieren. Programme wie "Sure Universal Remote" lassen sich, in der Basisversion kostenfrei, in Googles Play Store herunterladen.

Mit WLAN-Verbindung

Ist wie beispielsweise bei Apple-Geräten keine Infrarotschnittstelle vorhanden, hilft die WLAN-Verbindung. Voraussetzung dafür ist, dass sich das zu steuernde Gerät, etwa der Smart-TV, im gleichen Netzwerk wie das Smartphone befindet. Nahezu alle großen TV-Hersteller bieten sowohl für Android als auch für iOS passende Remote-Apps an. Bei dieser Methode ist man allerdings auf den jeweiligen Hersteller beschränkt - eine universelle Lösung gibt es hier nicht.

Kreif sieht in den Apps nur beschränkten Nutzwert: "Echte Fernbedienungen sind der App weit überlegen: Man muss nicht erst das Smartphone suchen und die richtige App starten", erklärt er. "Stattdessen funktioniert bei einer Fernbedienung alles direkt auf Tastendruck." Daher lohnt sich solche Software seiner Meinung nach nur für Menschen mit einem Hang zur Technik.

Einige Vorteile von Apps

Allerdings haben Programme fürs Smartphone ihre Vorteile. Über Benachrichtigungsfunktionen lassen sich die Türklingel direkt aufs Smartphone leiten und sicherheitsrelevante Features wie Alarm und Kameraüberwachung zentral steuern.

Kreif sieht zudem einen Kostenvorteil bei der Steuerung von mehreren Geräten per App: Ein Smartphone ist in der Regel vorhanden, so sparen sich Verbraucher den Kauf zusätzlicher Hardware.

Bei Smarthome-Geräten ist das Smartphone ohnehin die Steuerungszentrale Nummer eins, wie 2018 eine Umfrage von Bitkom Research ergab. 76 Prozent der Befragten bedienten die vernetzten Geräte darüber, nur gut jeder Dritte (38 Prozent) steuerte eines oder mehrere von ihnen mit einer Fernbedienung.

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