Delmenhorst Kommen die Belange der Kinder und Jugendlichen zu kurz? Zu einer Diskussionsrunde mit Kommunalpolitikern hatten die Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments gemeinsam mit dem „Breiten Bündnis gegen Rechts“ und dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ am Mittwochvormittag in die Markthalle eingeladen. Rund 60 Schülerinnen und Schüler ab Jahrgang 10 hatten Gelegenheit, Fragen zu stellen und zu hören, was Politiker unterschiedlicher Couleur dazu zu sagen haben. Außer der Linksfraktion „Pro Delmos“, die den Termin schlicht verschwitzt hatte, waren alle im Rat vertretenen Parteien bzw. Fraktionen vertreten.

Es sind manchmal die kleine Dinge, die die jungen Leute nerven. „Warum sind nachmittags die Sportstätten an den Schulen abgeschlossen?“ wollte ein Schüler in der ersten Frage- und Antwortrunde wissen, in der es um Sport- und Freizeitmöglichkeiten ging. Eine befriedigende Antwort erhielt er nicht. Claus Hübscher (FDP) sprach sich für mehr Bolzplätze aus.

In einer weiteren Runde ging es um Wege zur politischen Teilhabe. „Ihr könnt nicht erwarten, dass es für alle möglichen Dinge eine App gibt“, schrieb Kathrin Seidel (Bürgerforum) den Jugendlichen ins Stammbuch. „Engagiert Euch in politischen Gruppen. Es ist Eigeninitiative gefragt.“ Dafür gab es Widerspruch von Katja Beyer (Piraten): „Die gewählten Vertreter haben Politik für die Bürger zu machen.“ Deniz Kurku (SPD) ermunterte die jungen Leute, den Politikern ihre Anliegen mitzuteilen. „Es gibt eine ganze Menge Informationen auf der Delmenhorst-Homepage“, warf Claus Hübscher (FDP) ein. Die Beamtensprache sei da allerdings eine „riesige Hürde“, stellte Martin Kleinsteuber (Grüne) fest. „Da verständliche Informationen zu finden, ist so gut wie unmöglich.“ Bastian Ernst (CDU) berichtete von seinen Erfahrungen als Rats-Neuling: „Das erste halbe Jahr fühlte ich mich wie Falschgeld. Aber man kann das lernen.“ Kritik an der eigenen Kaste übte Sascha Voigt (UAD): „Wir haben Menschen, die viel reden und wenig aussagen.“

Auch der ÖPNV war Thema. Jugendliche wünschen sich bessere Busverbindungen in den Nachtstunden, zumindest in den Ferien.

Beim Thema Flüchtlinge herrschte Einigkeit, dass das kein Wahlkampf-taugliches Thema sei. Warum auch schulische Räume, wie an der Außenstelle der Oberschule Süd an der Königsberger Straße, vorübergehend als Flüchtlingsunterkünfte genutzt wurden, erläuterte Deniz Kurku (SPD): „Das war im Spätherbst eine ganz schwierige Situation. Zu den Spitzenzeiten kam jeden Tag ein neuer Bus.“

Der SPD-Diskussionsteilnehmer war es dann auch, der bei der Online-Abstimmung zum Schluss die meisten Stimmen erhielt.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.