Delmenhorst Er will das Museum für neue Besuchergruppen öffnen, Ausstellungen mit dem Publikum zusammen entwickeln, der Vermittlung eine neue Wertigkeit verschaffen und Kulturgeschichte in ganz unterschiedlichen Facetten präsentieren: Dr. Carsten Jöhnk (49), neuer Leiter des Nordwestdeutschen Museums für Industriekultur. Zum Jahresbeginn hat Jöhnk seine Tätigkeit in Delmenhorst aufgenommen, am Montag wurde er von Kultur-Fachbereichsleiter Arnold Eckardt im Museum der Öffentlichkeit vorgestellt. „Mit ihm gewinnt die Stadt einen angesehenen Museumsfachmann“, so Eckardt. Jöhnk ist Nachfolger von Hans-Hermann Precht, langjähriger Stellvertreter von Gerhard Kaldewei. Nach dem Ausscheiden Kaldeweis leitete Precht das Museum für eine begrenzte Zeit. Zum Jahresende 2014 wechselte er in den Ruhestand. Es sei ein Generationswechsel, der jetzt vollzogen werde, sagte Precht. Um dem „Neuen“ den Start zu erleichtern, wird Precht einen Tag in der Woche weiterhin im Museum tätig sein.

In der Region ist Dr. Carsten Jöhnk kein Unbekannter, leitete er doch von 2004 bis 2009 das Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweserhäfen in Brake. Kurz vor der Eröffnung der Museums-Dependance in Elsfleth nahm Jöhnk 2009 eine neue Tätigkeit als Leiter des Ostfriesischen Landesmuseums in Emden mit 40 Mitarbeitern auf. „Die Rahmenbedingen sind gewiss nicht immer einfach gewesen. Trotzdem hat das Landesmuseum unter meiner Leitung stets sehr gute Arbeit leisten können“, so Jöhnk im Rückblick.

„Das Haus ist vor 20 Jahren entstanden. Seitdem hat sich im Museumsbetrieb einiges verändert“, sagt der neue Leiter über sein neues Wirkungsfeld, das Fabrikmuseum und das Stadtmuseum. „Was mir wichtig ist, ist der Punkt Interaktivität. Es ist schön, wenn man übers Anfassen und Ausprobieren lernen kann.“ Die erste große Aufgabe, die er angehen will, ist die Erlangung des Gütesiegels des Niedersächsischen Museumsverbandes. „Damit kann man Qualitäten zeigen gegenüber Sponsoren“, ist er überzeugt.

Jöhnk studierte in Göttingen Kunstgeschichte, Volkskunde, Germanistik und Philosophie. Das Focke-Museum in Bremen – dort lebt auch seine Familie – war seine erste Station. „Seitdem bezeichne ich mich als Kulturhistoriker“, sagt er. Im Herbst plant er eine Sonderausstellung zur Bekleidungsindustrie und Mode in der ehemaligen DDR.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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