Delmenhorst Wenn die Dieselpreise sinken, müsste auch das Taxifahren wieder billiger werden, findet Sascha Voigt. Der UAD-Ratsherr hat deswegen bei der Verwaltung eine Überprüfung und Anpassung der Taxenverordnung beantragt. Der Antrag soll an diesem Mittwoch, 25. Mai, im Ausschuss für Bürgerangelegenheiten behandelt werden (Beginn um 17 Uhr im Rathaus, großer Sitzungssaal).

Offensichtlich liegt dem Unabhängigen Voigt noch die jüngste Erhöhung der Taxi-Beförderungsentgelte, wirksam geworden zum 1. Januar 2015, im Magen. Seinerzeit entsprach die Politik dem Wunsch der Delmenhorster Taxiunternehmen nach einer Erhöhung der Entgelte um rund 25 Prozent. Als Grund führten die Unternehmen den Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde an, der Anfang Januar 2015 in Kraft trat und nach Angaben der Branchensprecher eine Steigerung der Lohnkosten von bis zu 50 Prozent zur Folge hatte. Jetzt, bei günstigen Spritpreisen, müssten die Preise wieder sinken, meint Voigt. „Experten gehen davon aus, dass diese auch vorerst nicht wieder auf das Niveau von 2013/2014 steigen werden“, heißt es in seinem Antrag.

Die Verwaltung, die sich zwischenzeitlich mit den Delmenhorster Taxiunternehmen, dem niedersächsischen Gesamtverband Verkehrsgewerbe sowie der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer ins Benehmen gesetzt hat, lehnt indes eine Senkung der Beförderungsentgelte ab. „Aufgrund ständig wechselnder Kraftstoffpreise“ die Beförderungsentgelte zu ändern sei nicht opportun, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung, „zumal nach jeder Änderung eine Nacheichung (der Taxameter, d. Red.) erforderlich ist und dadurch ein unverhältnismäßig hoher Kostenaufwand entsteht.“

Thorsten Reisewitz von der Delmenhorster Taxen-Zentrale weist darauf hin, dass die Kraftstoffkosten in der Kostenstruktur eines Taxiunternehmens mit nicht mehr als neun Prozent zu Buche schlagen, weit weniger als die Lohnkosten. Im Jahr 2015 habe der gesunkene Dieselpreis die Unternehmen um gerade einmal 1,2 Prozent entlastet. Auf den Kilometer umgerechnet habe die Ersparnis bei lediglich 1,25 Cent gelegen – viel zu wenig, um eine Senkung der Beförderungsentgelte zu rechtfertigen, wie Reisewitz ausführt.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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