DELMENHORST „In diesem Verfahren gibt es viel Klärungsbedarf.“ Das sagte Richter Jochen Schettler am Mittwoch zu Beginn des Prozesses vor dem Amtsgericht gegen einen 53 Jahre alten Mann aus Delmenhorst und sollte recht behalten. Der Angeklagte wird beschuldigt, zwischen März und Dezember 2005 wiederholt bei einer Döner-Produktionsfirma in Süddeutschland Döner Kebab und Döner-Spieße bestellt zu haben, ohne dafür zu bezahlen. Nur zwei Teilzahlungen sollen erfolgt sein, so dass der Firma ein Schaden von rund 26 000 Euro entstanden ist.

Die Verhandlung konnte aufgrund offener Fragen am Mittwoch nicht zu Ende gebracht werden. Der Prozess wird am kommenden Dienstag, 15. Juli, fortgesetzt,

Es sind vor allem zwei wesentliche Dinge noch zu klären: Einerseits gehe es darum, ob das Fleisch mangelhaft war oder nicht. Andererseits sei festzustellen, ob der Angeklagte die Ware vorsätzlich nicht bezahlt hatte oder nicht, erläuterte Schettler.

Der Angeklagte, der sich als Großhändler selbstständig gemacht hatte, um das Fleisch weiter zu vertreiben, sagte aus, dass die Qualität der ersten Lieferung gut war. In der Folge wurde diese jedoch schlechter, so dass er keine Abnehmer für das Fleisch fand und auch die Rechnungen nicht bezahlen konnte. Der 53-Jährige wies daraufhin, dass das Fleisch nicht verdorben gewesen sei, sondern die Zusammensetzung nicht den Absprachen entsprochen hätte. Für Irritationen sorgte, dass auf den Rechnungen verschiedene Namen, nie aber der bürgerliche Name des Angeklagten auftauchte.

Ein Zeuge der Verteidigung, der von dem Angeklagten beliefert worden war, bestätigte die wechselnde Qualität der Ware. Der Inhaber der Döner-Produktionsfirma sagte unterdessen aus, dass der Angeklagte die Qualität des Fleisches nie bemängelt hatte. Der Bruder des Geschäftsinhabers, der die Ware ausgeliefert hatte, sagte aus, dass es kleinere Beschwerden gegeben habe, diese aber die Geschmacksrichtungen des Fleisches betroffen hätten, die regional unterschiedlich seien.

Da der Angeklagte mehrere Rechnungen bezahlt hatte, soll die Produktionsfirma nun bis Dienstag eine Zusammenstellung aller beglichenen Rechnungen nachreichen.

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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