DELMENHORST Mit Verwunderung verfolgt Oberbürgermeister Patrick de La Lanne die urplötzlich von CDU, Unabhängigen (UAD), Wir für Delmenhorst (WfD) und FDelP lancierte Umstrukturierung der Verwaltungsspitze, denn „bereits vor einigen Wochen wurden Vorstellungen für eine veränderte Organisation vorbereitet“, sagt de La Lanne. Der Oberbürgermeister tritt entschieden Äußerungen entgegen, wonach er entlastet werden müsse. De La Lanne: „Ich bin nach wie vor voller Tatendrang – von Überlastung keine Spur!“ Zudem dementiert der Verwaltungschef angebliche Missstände: „Politik und Verwaltung wissen, dass eine eindeutige Abgrenzung der Zuständigkeiten existiert. Die Stadtverwaltung inklusive des derzeit auf zwei Mitglieder reduzierten Vorstandes ist voll funktionsfähig.“

Auch etwaigen „Unzufriedenheitsäußerungen“ aus den Fachbereichen und Fachdiensten widerspricht der amtierende Oberbürgermeister, der im September 2006 mit großer Mehrheit von 72,3 Prozent von den Delmenhorstern gewählt worden ist: „Weder in Vorstandsbesprechungen, Fachbereichsleiterkonferenzen noch Mitarbeitergesprächen haben die Beschäftigten derartige Äußerungen mir gegenüber getätigt.“

Den SPD-Unterbezirksvorsitzenden Detlef Roß hat die Vorgehensweise der bürgerlichen Gruppe „entsetzt und sprachlos“ gemacht, schreibt er in einer Pressemitteilung. Auch Roß’ Stellvertreter Christian Nowara äußert sich. Die Art und Weise des erneuten Angriffs auf den Oberbürgermeister, so Nowara, mache deutlich, dass die ehemaligen Sozialdemokraten in ihren derzeitigen Fraktionen das Sagen übernommen haben. „Ihre Methode, andere persönlich zu demütigen und zu diskreditieren, um sich selbst zu profilieren, hat sich nun im Rat offenbar durchgesetzt. Ohne Rücksicht auf das Ansehen der Stadt Delmenhorst versuchen sie nun den Oberbürgermeister zu beschädigen, um im Wahljahr die SPD zu schwächen“, glaubt Nowara. Seit 2006 haben folgende Ratsmitglieder die SPD verlassen: Sascha Voigt und Henning Schlange (beide UAD), Swantje Hartmann und Marcel Mattern (beide CDU), Hella Plehnert, Klaus Findeisen und Dieter Markowiak (alle WfD).

Michael Effenberg vom Bürgerforum ist verwundert über „die plötzliche Eile“, denn nach der Kommunalwahl am 11. September sei ohnehin eine Neuorganisation zu erwarten.

Andreas Neugebauer von der Piratenpartei, die zur Kommunalwahl mit eigenen Kandidaten antreten will, spricht von zunehmender Bürgerferne und nicht zielführenden Machtbeweisen der „Bürgerlichen Gruppe“. Neugebauer: „Die ständigen Nadelstiche und rechtlich zumindest umstrittenen Aktionen der aktuellen Mehrheit im Stadtrat sind keineswegs durch den Ausgang der letzten Wahl gedeckt, noch im Sinne der Bevölkerung.“

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