Delmenhorst Für die rund 350 Bewohner der beiden Wohnblöcke 11 und 12 in der Straße „Am Wollepark“ wird es nach Abschaltung der Gasversorgung in der vorletzten Woche immer ungemütlicher. „Wir haben Decken und Heizgeräte ausgegeben. Die Leute sind wütend und enttäuscht“, berichtete Diakonie-Geschäftsführer Franz-Josef Franke in der Radiosendung „Nordwestradio unterwegs“. Inzwischen würden aber gut die Hälfte der Mieter die Miete mindern. Die Diakonie arbeite mit mehreren Anwälten zusammen, um die Bewohner der Häuser über ihre Rechte aufzuklären.

Das Nordwestradio sendete am Mittwochabend live aus der Delmenhorster Volkshochschule. Laut Franke ist auch bereits eine Familie, die wegen der Nicht-Beheizbarkeit ihrer Wohnung die Miete gekürzt hatte, vor die Tür gesetzt worden.

Moderator Stefan Pulß war bestens im Bilde, was die Situation in den beiden Wohnblöcken angeht, und lieferte eine Momentaufnahe einer verfahrenen Situation. Ob es denn richtig sei, die Mieter dafür büßen zu lassen, dass eine Eigentümergemeinschaft einfach die von den Mietern gezahlten Nebenkosten einbehält, wollte er von Petra Gerlach, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit und Gefahrenabwehr, wissen. Gerlach antwortete, dass der Konflikt zunächst einmal eine Angelegenheit zwischen Mietern und Vermietern sei, in die die Stadt nicht eingreifen könne. „Es wird nicht einfacher, wenn man eine Vielzahl an Vermietern hat“, sagte sie. „Wir möchten nicht, dass weiter öffentliche Gelder in irgendwelche Kassen wandern.“ Für „Menschen mit besonderem Bedarf“ werde die Stadt aber Unterkünfte bereithalten.

Warum man denn die Vermieter nicht verklagen könne, fragte Pulß den technischen Prokuristen Dieter Meyer von der Stadtwerkegruppe, die wegen der nicht bezahlten Nebenkosten-Abrechnungen den Gasstopp veranlasst hat und am kommenden Montag auch das Wasser abstellen will. „Das wäre ein weiter Weg“, antwortete dieser. „Da würden Monate, wenn nicht sogar Jahre vergehen.“ Ob es zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem designierten neuen Verwalter der Huchtinger Immobilien-Eigentümergemeinschaft kommen könne? Meyer: „Ich sehe da keine Perspektive.“

„Die Leute haben das doch alles gar nicht gewusst“, so Zuhörerin Fatima Özoguz in der Publikums-Fragerunde. „Unschuldige Leute bestrafen, das geht anscheinend“, sagte sie an Dieter Meyer gewandt, „da ist anscheinend eine Gesetzeslücke.“ Für dieses Statement erhielt sie Applaus.

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Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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