DELMENHORST DELMENHORST - Mit klassischen Liebesdramen kennt Annabell Neuhof sich aus. Obwohl sie mit ihren 20 Jahren die Jüngste im Ensemble des „Theaters zwischen den Stühlen“ ist, durfte sie bei dessen Inszenierung von Shakespeares weltberühmten Werk „Romeo und Julia“ vor zwei Jahren die Rolle der Julia übernehmen. „Man könnte meinen, ich hätte die Nase voll von solchen Stücken“, sagt die Schauspielerin. Doch weit gefehlt: In Kürze wird sie im „Kleinen Haus“ an der Max-Planck-Straße in einem weiteren Liebesdrama zu sehen sein: als Luise in Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“.

Seit nunmehr drei Wochen bereitet sich Annabell Neuhof mit dem Rest des Ensembles vom „Theater zwischen den Stühlen“ intensiv auf die drei Aufführungen in Delmenhorst am 19., 24. und 25. April vor. Sechs bis sieben Mal pro Woche kommt die Besetzung zusammen, um die Umsetzung des Klassikers zu proben. Dass sich die Gruppe „Kabale und Liebe“ ausgesucht hat, ist dabei kein Zufall: schließlich ist 2005 in Deutschland Schiller-Jahr.

Dennoch bemüht sich das Ensemble um eine neue Sichtweise auf den über 200 Jahre alten Stoff. So sei nicht mit wallenden Gewändern und pompösen Bühnenbildern zu rechnen, sagt Jan Friedrich Eggers, der für die Inszenierung verantwortlich ist. Stattdessen wolle er die Handlung in die Moderne versetzen und nicht, wie Schiller, allein den Widerspruch zwischen Adel und Bürgertum darstellen.

Stattdessen stehe laut Eggers die Frage im Mittelpunkt, in welchem Wertesystem sich Luise und der von ihr auserwählte Ferdinand heutzutage bewegen müssten, und gegen welche Anfeindungen sie ihre Liebe zu verteidigen hätten. Allerdings sollen sich die modernen Elemente auf das Mimenspiel und die Kulisse beschränken – die Texte bleiben unverändert. „Wir spielen den Original-Schiller, wenn auch in einer konzentrierten Fassung“, sagt Eggers.

So bietet die Inszenierung des „Theaters zwischen den Stühlen“ neue Einblicke in Friedrich Schillers Meisterwerk. Und das nicht nur für den Zuschauer, sondern auch für die Darsteller selbst. „Wie vielschichtig die Beziehung zwischen Ferdinand und Luise ist, habe ich erst im Laufe der Proben gemerkt“, erzählt Ferdinand-Darsteller Daniel Schulz. Timo Fuchs, der den Präsidenten mimt, äußert sich ähnlich begeistert: „Man hat das Gefühl, an etwas Großem zu arbeiten.“

• Der Vorverkauf für die drei Aufführungen beginnt am Montag, 21. März. Karten sind zum Preis von vier bis acht Euro in der Buchhandlung Ruppert, im „Kleinen Haus“ oder im Internet erhältlich.

Mehr Infos unter www.tzds.de

Die Besetzung:

Präsident: Timo Fuchs

Ferdinand: Daniel Schulz

Lady Milford: Birte Schnöink

Wurm: Pierre Hellbusch

Miller: Jan Kuhlmann

Dessen Frau: Jana Meier

Luise: Annabell Neuhof

Inszenierung: Jan Friedrich Eggers

Bühne: Markus Weise

Dramaturgie: Jens Ullmann

Ausstattung: Henriette Maaß, Jennifer Tietze

Produktionsleitung: Aline-Samira Lazaar

Die Darsteller

sprechen nur

Schillers

Original-Texte

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