DELMENHORST Politik heißt oft: dicke Bretter bohren, Enttäuschungen hinnehmen – und trotzdem dranbleiben. Das erfahren gerade die Mitglieder des Delmenhorster Jugendparlaments, das am Montagabend im Rathaus getagt hat.

17 der insgesamt 25 Nachwuchsparlamentarier unter Leitung der 16-jährigen Annalena Ripke und des 17-jährigen Tunahan Tarsuslu sammelten in ihrer zweiten Sitzung jene Themen, die sie in den kommenden eineinhalb Jahren ihrer Amtszeit angehen wollen. Weit oben auf der Liste: Mehr Freizeitflächen für Jugendliche. „Da gibt es in Delmenhorst sehr wenig“, monierte auch Katja Schmall vom Fachdienst Jugendarbeit und Kindertagesstätten, die das Parlament organisatorisch unterstützt.

Umso frustrierender ist es für die Jugendlichen, wenn bestehende Angebote, die zudem rege genutzt werden, plötzlich in der Diskussion stehen – wie im Fall der Skateranlage am Schwimmbad. Im vergangenen Jahr hatte der Planungsausschuss die Verwaltung angewiesen, nach Ersatzflächen für die Skateranlage zu suchen, da diese am neuen Schwimmbad offenbar keinen Platz mehr findet. Das Jugendparlament war von dieser Entwicklung überrascht. „Das ist über unsere Köpfe hinweg entschieden worden“, kritisierte die Parlamentarierin Lara Speer. Zwar hatte es am 28. Dezember ein Treffen der Jugendlichen mit mehreren Fraktionsvorsitzenden der Parteien gegeben, auch sollen sie nun in die Suche nach neuen Standorten einbezogen werden. Doch die Zusage für einen weiteren Gesprächstermin blieb bislang unerfüllt. „Darauf warten wir noch heute“, sagte Lara Speer.

Ulf Kors von der CDU-Fraktion, der bei der Sitzung zu Gast war, mahnte die Nachwuchsparlametarier zu Hartnäckigkeit. „Geht in die Ausschüsse, sprecht uns an, sonst werdet ihr nicht gehört“, riet er den Jugendlichen und bezog die Vertreter aller Parteien in dieses Angebot ein.

Neben der Skateranlage sammelten die Parlamentarier weitere Ideen für neue Freizeitflächen. „Der Graftplatz wird zu wenig genutzt. Jugendliche sieht man da kaum“, warf Tizian Kraft ein. Es fehle an Grillplätzen, manchmal einfach an Bänken, am besten überdacht. Tunahan Tarsuslu, der durch eine schon bestehende Arbeitsgemeinschaft mit dem Thema vertraut ist, schlug Volleyballfelder und Spielangebote speziell für Mädchen vor. Kritisiert wurde auch, dass Angebote auf Schulhöfen oft nur während der Schulzeit genutzt werden können und Jugendliche ab 14 Jahren ausgeschlossen würden.

Zuvor hatte Irene Papziner, Vorsitzende der Gemeinschaft Hasport, von ihrer Initiative und den aktuellen Vorhaben berichtet. Zudem lobte sie das Engagement der Jugendparlamentarier. Das müssen sie nun auf den verschlungenen Wegen durch Ausschüsse, Fraktionen und Fachgremien beweisen.

Timo Ebbers Ltg. / Online-Redaktion
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