Delmenhorst Zähe Diskussionen und emotionale Ansprachen prägten den SPD-Unterbezirksparteitag am Sonnabend, bei dem auch ein neuer Vorstand gewählt wurde. Dabei stellte der bisherige Unterbezirksvorsitzende Detlef Roß von Anfang an klar, dass er sich für diesen Posten kein weiteres Mal zur Wahl stellt. Er sei nicht mehr bereit, sich den Attacken unter der Gürtellinie auszusetzen, sagte er. „Wenn man nicht mehr gewollt ist, ist das eine Sache, wie das vermittelt wird eine andere“, so Roß. Dafür erhielt er stehende Ovationen.

Für dessen Amt stellte sich die Vorsitzende des Ortsvereins Hasport-Annenheide Gabi Baumgart zur Wahl – als einzige Kandidatin. Die Leiterin der offenen Hilfe bei der Lebenshilfe Delmenhorst kündigte an, sich mehr auf die inhaltliche Arbeit der Partei konzentrieren zu wollen. Dabei überzeugte die 50-Jährige die Mitglieder der Ortsvereine aber nicht restlos. Denn lediglich 40 der 64 stimmberechtigen Mitgliedern stimmten für sie.

Für den Stellvertreterposten stellte sich die amtierende Amtsinhaberin Inge Böttcher ebenfalls nicht mehr zur Wahl. Sie habe sich von einigen Mitgliedern wenig unterstützt gefühlt. „Diese untätige Besserwisserei geht mir auf den Geist“, sagte sie. Einzig der amtierende Stellvertreter Christian Nowara bewarb sich erneut für dieses Amt, musste sich aber mit 27 Stimmen gegen Thore Wintermann (38 Stimmen) und Björn Gottschalk (40 Stimmen) geschlagen geben. Gottschalk (42) arbeitet als Assistent einer kaufmännischen Leitung in Bremen. Wintermann (35) hat Politikwissenschaft studiert und arbeitet bei der AWo. Sein Ziel sei, dass die Menschen in Delmenhorst die SPD wieder spüren.

Erhitzt waren die Gemüter aber vor allem beim Verfahren für die Nominierung des neuen Oberbürgermeister-Kandidaten. Den Vorschlag geheim abzustimmen, kritisierte Noch-Bundestagsabgeordneter Holger Ortel. „Wir haben nichts zu verstecken.“

Danach entschied der Parteitag dem dafür zuständigen Unterbezirksvorstand die Entscheidung abzunehmen, ob die Nominierung in einer Mitgliederversammlung oder in einer Delegiertenkonferenz erfolgen soll.

Bei der Abstimmung im Anschluss wurde es dann knapp, denn nur 34 Mitglieder stimmten für die Delegiertenkonferenz. Dieses Ergebnis dürfte Baumgart erfreut zur Kenntnis genommen haben, da sie anders als Roß – der einen Mitgliederentscheid befürwortete – die Delegiertenkonferenz präferierte.

Christine Henze Volontärin / NWZ-Redaktion
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