Delmenhorst Noch ganz unter dem Eindruck der Wahl vom Sonntag stand die vorletzte Sitzung des alten Rates am Dienstag in der Markthalle. Pedro Benjamin Becerra, während der Ratsperiode von der SPD zur UAD übergetretener, nicht wiedergewählter Ratsherr, zudem Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, nutzte die Sitzung zu einer persönlichen Erklärung. Sein Thema: der Einzug der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) in den Rat, die ab November mit einer siebenköpfigen Fraktion im Rat die Politik mitgestalten will.

„Die Präsenz der AfD ist für mich eine schlimme Geschichte. Man kann nicht so in der Tagesordnung weitergehen. Ich möchte die Leute von der AfD willkommen heißen in einer Stadt, wo Flüchtlinge willkommen geheißen werden.“

„Ja, wir haben auch was abgekriegt, und nicht ohne“, sagte Becerra zum Niedersachsen-Rekordergebnis der Protestpartei, die in Delmenhorst 15,1 Prozent aller Wählerstimmen holte. Er sei aber stolz auf die klaren Worte des Oberbürgermeisters, der eine Kooperation mit der AfD auf politischer Ebene ablehne. An die künftige AfD-Fraktion gerichtet sagte Becerra: „Hier gibt es keine Islamophobie!“ Seinen Ratskollegen wünschte er für die kommenden Jahre viel Kraft.

Dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Murat Kalmis schrieb er ins Stammbuch: „Murat, bitte mach keinen Scheiß“, womit er auf Kalmis’ – inzwischen wieder zurückgezogene – Einlassung vom Wahlabend anspielte, eine punktuelle Zusammenarbeit mit der AfD sei für ihn denkbar.

Auch Sascha Voigt, nicht wiedergewählter Fraktionschef der künftig nur noch zweiköpfigen UAD im Rat, hat sich zum Umgang mit der AfD geäußert. Es sei gut, dass die etablierten demokratischen Parteien auf Distanz zur AfD blieben, ausgrenzen sei aber falsch. Man müsse diesen „Schnackern“ auf den Zahn fühlen, dann merke man schnell, was wirklich hinter ihnen steckt, schreibt Voigt in einer Pressemitteilung.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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