Delmenhorst „Die SPD hat Fehler gemacht. Aber wir sind lernfähig“, sagt Björn Gottschalk. In seiner Rede vor dem Parteivolk, aber auch zahlreichen Nicht-Parteimitgliedern beim gut besuchten Neujahrsempfang des SPD-Unterbezirks Delmenhorst am Freitagabend im Hotel Goldenstedt umriss der Kandidat der Delmenhorster SPD für den Niedersächsischen Landtag sein Ziel: „Wir müssen den Menschen wieder zum Mittelpunkt der Politik machen.“ Etwa beim Thema Bildung. Bildung, so Gottschalk, dürfe nicht vom Geldbeutel abhängig sein. Auch deshalb werde die SPD die Studiengebühren „so schnell wie möglich“ abschaffen. Mehr Wertschätzung des Menschen wünscht sich der Kandidat in der Arbeitswelt. Die SPD werde aus diesem Grund „den Missbrauch bei Leiharbeit und Werkverträgen beenden“.

Der 41-Jährige ist ausgebildeter Steuerfachgehilfe und arbeitet als kaufmännischer Leiter. Gottschalk trat 2003 in die SPD ein und war im Vorstand des Ortsvereins Ost tätig. Seit 2009 ist er stellvertretender Hauptkassierer im Unterbezirksvorstand. Ende März wurde er von den Delegierten der Ortsvereine mit knapper Stimmenmehrheit gegenüber dem Unterbezirksvorsitzenden Detlef Roß zum Kandidaten der SPD im Wahlkreis 65 gekürt. Finanzen, Arbeit und Wirtschaft seien seine politischen Schwerpunkte, aber auch die Bildungspolitik liege ihm am Herzen, sagt Gottschalk.

Weiteres Thema seiner Rede war das Gesundheitswesen. Die Krankenhaus-Finanzierung müsse auf eine solide Basis gestellt und die Pflegesätze müssten erhöht werden. Bezahlt werden sollte das aus einer „solidarischen Bürgerversicherung“.

Zwei Wochen vor der Wahl wird der Ton gegenüber dem politischen Gegner schärfer. „Es gibt genug gute Gründe, dieser Koalition das Vertrauen zu entziehen“, sagte der SPD-Kandidat über die schwarz-gelbe Landesregierung. Insbesondere beim Thema Schuldenabbau würden CDU und FDP nicht die Wahrheit sagen, im Gegenteil selbst ein jährliches Defizit im Landeshaushalt in Höhe von 1,2 Milliarden Euro verantworten.

Auch die B 212neu sprach der Kandidat an. „Ich bin guter Hoffnung, dass wir schon Ende Januar in einen neuen Dialog eintreten werden“, sagte er siegesgewiss.

Kopfschütteln löste am Rande des Empfangs der erneute Fauxpas von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück aus. Dass das Kanzlergehalt zu niedrig sei, hätte er besser nicht gesagt, war die Meinung in vielen Gesprächen.


Ein Landtagswahl-Spezial unter   www.nwzonline.de/landtagswahl-2013 
Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.