Delmenhorst Mehr als 200 Menschen zogen zum 1. Mai demonstrierend durch die Innenstadt. Der Zug begann vor dem Geschäftshaus des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), führte durch die Fußgängerzone und endete vor dem Rathaus. Die Sambaschule Oldenburg-Eversten begleitete den Zug trommelnd.

Bei der Kundgebung auf dem Platz vor dem Rathaus sprach sich Oberbürgermeister Patrick de La Lanne für einen Mindestlohn aus. Einen solchen forderte auch Ayhan Zeytin, Vorstand des Türkischen Arbeitervereins, in seiner Rede. Er griff die Leiharbeitsfirmen an und forderte, sie zu verbieten. Heutzutage sei es wegen ihnen keine Seltenheit, wenn am selben Arbeitsplatz vier unterschiedliche Löhne gezahlt werden. Zudem seien Migranten Verleihfirmen oft extrem ausgeliefert, sagte er.

Auch auf Ehrenratsmitglied Dieter Markowiak kam Zeytin zu sprechen. Im Hinblick auf dessen E-Mail, die auf Internetseiten der rechten Szene verweist, sagte Zeytlin: „Das hat uns vom Hocker gehauen.“ Er forderte, dass der Rat nicht in einer nicht-öffentlichen Sitzung, sondern in einer öffentlichen über den Fall berät.

Ursprünglich sollte der Schauspieler Rolf Becker zu den Versammelten sprechen. Doch der musste wegen Dreharbeiten den Termin absagen, wie Margrit Welzel vom DGB mitteilte. Stattdessen hielt die Hauptrede Antje Wagner, Geschäftsführerin und 1. Bevollmächtigte der IG Metall Oldenburg-Wilhelmshaven.

Antje Wagner forderte mehr Solidarität mit den Arbeitnehmern in Südeuropa. Zudem sprach sie sich für einen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde in Deutschland aus. Ebenfalls verlangte sie, dass Beruf und Familie für Frauen besser vereinbar sein müssten. Das Betreuungsgeld sei kontraproduktiv, sagte sie. Sie griff auch das Thema Minijobs auf, von denen es prozentual gesehen in Delmenhorst die meisten gibt. „Sie sind eine Armutsfalle“, urteilte sie.

Für Margrit Welzel war dieser 1. Mai der letzte als Gewerkschaftssekretärin des DGB. Am 1. August wechselt sie in den Ruhestand.

Maximilian Müller Volontär / NWZ-Redaktion
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