Delmenhorst Noch zwei Jahre Schule und dann – ja, was dann eigentlich? Diese Frage könnten sich wohl derzeit so manche Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen des Gymnasiums stellen. Den richtigen Beruf für sich zu finden ist manchmal gar nicht so einfach, wie es einem vielleicht noch vor ein paar Jahren vorgekommen sein mag. Die Auswahl ist schließlich riesig. Zumal die Zeit bis zum Abi in den letzten Jahren um ein Jahr verkürzt wurde – plötzlich ist sie da, die Zeit nach dem Abi.

Betriebspraktika sind dabei eine interessante Möglichkeit, seinem Traumberuf ein Stück weit näher zu kommen. So auch in diesem Jahr: Die zehnten Klassen des Willms-Gymnasiums hatten in den vergangenen zwei Wochen die Gelegenheit, aktiv am Arbeitsleben teilzuhaben. Die NWZ  hat zwei von ihnen dabei mal über die Schulter geschaut, um herauszufinden: Ist so ein zweiwöchiges Praktikum überhaupt nützlich?

Die Option, in den Wunschbetrieb reinschnuppern zu dürfen, fassten die Schüler mit Begeisterung auf. Manche verschlug es sogar bis nach Bremen oder ins Inselloft auf Norderney. Binnen dieser zwei Wochen konnten die Willms-Schüler den Ablauf unterschiedlicher Berufe in ihrem Betrieb beobachten, verschiedenste Fragen zu den jeweiligen Berufsfeldern und dem Weg dorthin stellen oder sogar selbst aktiv an der Arbeitswelt teilhaben.

                                             BILD: Verena Sieling

Über den Autor

Marc Wennekamp ist 15 Jahre alt und besucht die 10. Klasse des Gymnasiums an der Willmsstraße. Im Zeitraum vom 12. bis zum 23. Januar hat er ein Betriebspraktikum bei der NWZ  absolviert.

Während des Praktikums bekam er die Möglichkeit etwas über die verschiedenen Bereiche der redaktionellen Arbeit zu erfahren und eigene Artikel, inklusive Recherchearbeit und Foto, zu erstellen.

Besonders interessant empfand er den Besuch des Guantanamo-Häftlings Murat Kurnaz und das Erarbeiten der Artikel zu den Themen Technische Fortbildung an der BBS und dem Schülerpraktikum.

Insgesamt hat ihm das Arbeiten in entspannter Atmosphäre mit eigenen Aufgaben sehr viel Spaß gemacht. „Es ist auch irgendwie toll, seine eigenen Artikel morgens in der Zeitung zu sehen.“

Ziel dabei ist es, die Schüler, die bereits in zwei Jahren zur Abiturprüfung antreten, in ihrer späteren Berufs- und Ausbildungsorientierung zu unterstützen oder ihnen gar eine gänzlich neue Richtung aufzuzeigen.

Maike Hinrichs ist eine von diesen Schülern. Sie fühlte sich am Ende ihrer Praktikumszeit in der Grundschule am Grünen Kamp noch stärker in ihrem entschiedenem Wunsch bestätigt, Grundschullehrerin zu werden.

„Es macht einfach Spaß, mit den Kindern arbeiten zu können und sie auf ihrem Weg begleiten zu dürfen“, schwärmt sie. Am meisten in Erinnerung werde ihr dabei aber die Unterrichtsstunde in der Klasse 1b bleiben. Diese durfte sie nämlich selbstständig gestalten und schließlich sogar umsetzen. Die Zehntklässlerin ist sich sicher: „Das war definitiv eine der schönsten Erfahrungen, die ich hier machen durfte.“

Einen ähnlichen Berufswunsch hegte zunächst auch Svenja Pierron. Jedoch entschied sie sich aufgrund ihres überwiegenden Interessengebietes Jura für ein Praktikum im Amtsgericht Delmenhorst. Und auch sie ist überzeugt. „Es ist wirklich sehr interessant hier. Ich durfte einen Blick in viele verschiedene Berufe hier im Gericht werfen. Von der Wachtmeisterei bis zum Richter ist eigentlich alles dabei gewesen.“

Lediglich an die Prozesse musste sie sich erst gewöhnen. „Es ist ein merkwürdiges Gefühl, wenn man in einem Raum mit ganz normalen Menschen sitzt und plötzlich die Anklageschrift verlesen wird, auch wenn man nicht einmal weiß, ob der Prozess nicht doch auf einen Freispruch hin­auslaufen wird.“

Das Wichtigste aber sei, dass das Praktikum ihr, wie auch vielen anderen Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen, nach anfänglicher Unsicherheit, bei ihrer zukünftigen Berufsorientierung weitergeholfen habe. Besonders der Beruf als Rechtspfleger, einer Art „rechten Hand“ des Richters, sei sehr inspirierend gewesen.

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