Delmenhorst „Zuerst sind sie angekommen in Deutschland. Jetzt geht es darum, anzukommen in der Gesellschaft“, sagt Hatice Kocak vom Sozialdienst muslimischer Frauen (SMF) Delmenhorst. Das ehrenamtliche Engagement für Zugewanderte ist in Delmenhorst weiterhin hoch – der Bedarf nach Unterstützung ist immer noch vorhanden, und Ehrenamtliche werden immer wieder gesucht. Das sagen Vertreter der Delmenhorster Bürgerstiftung, des Diakonischen Werks, des Sozialdienstes muslimischer Frauen und Integrationslotsenteams sowie der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe der Stadt.

Als 2015 besonders viele Menschen auf der Flucht waren und auch nach Deutschland kamen, wurden der Stadt Delmenhorst 762 Asylbewerber zugewiesen (NWZ berichtete). 2016 brach diese Welle nicht ab. Viele Delmenhorster halfen ehrenamtlich bei der Erstversorgung der Flüchtlinge. Das Engagement hält bis heute an. Etwa 550 Ehrenamtliche unterstützen Zugewanderte darin, die Sprache zu erlernen, Anträge zu stellen und den Alltag zu bewältigen. Es gebe über die Erstversorgung hinaus immer wieder neue Projekte, die bei der Integration helfen sollen.

Ob mit Wissensangeboten wie „Zu Hause in Delmenhorst“ oder einem Fahrradfahren-Kurs – „Jetzt fängt die Integration an“, sagt Vahap Aladag vom Integrationslotsenteam mit rund Hundert registrierten Ehrenamtlichen. „Die Menschen sind mit einer ganz anderen Kultur hergekommen. Wir zeigen ihnen den Alltag hier. Wie arbeiten wir in Deutschland, wie leben wir? Wie ist das Schulsystem?“ Das Konzept dabei ist Hilfe zur Selbsthilfe – da sind sich alle einig.

Als „gelebte Integration“ beschreibt Vorsitzender Jürgen Schulz das Großprojekt der Delmenhorster Bürgerstiftung. Hier unterstützen rund 200 Ehrenamtliche bis zu 500 Schüler – die meisten mit Migrationshintergrund – in der Woche in der Schule.

Ebenso umfangreich ist das Patenschaftsprojekt des Sozialdienstes muslimischer Frauen. Gut Hundert Paten betreuen rund 500 Menschen mit unterschiedlichsten Problemen wie Kindererziehung, Mobbing oder Glücksspielsucht. Zwar sei zu Anfang der Fokus auf geflüchtete Menschen gesetzt worden, das Angebot habe sich allerdings auf sozial benachteiligte Familien ausgeweitet, sagt Kocak.

Weil zur Integration das Erlernen der deutschen Sprache dazugehört, sind knapp 150 Ehrenamtliche des Diakonischen Werks unter anderem in den vier Nachbarschaftsbüros in Sprachtreffs aktiv. Deutschunterricht ist ebenfalls ein Schwerpunkt der Integrationslotsen.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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