Delmenhorst Mit der Kranzniederlegung am Denkmal für die Kriegstoten auf dem Rathausplatz und einer sich anschließenden Gedenkstunde in der Markthalle wurde am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewalt in zwei Weltkriegen gedacht. Bei der von der Stadtverwaltung ausgerichteten Veranstaltung rückte in diesem Jahr der vor hundert Jahren zu Ende gegangene Erste Weltkrieg in den Fokus.

„100 Jahre später können wir uns kaum noch vorstellen, wie sich die Menschen damals gefühlt haben“, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz in seiner Begrüßung. 17 Millionen Menschen hätten ihr Leben verloren, unzählige weitere körperliche oder seelische Verletzungen erlitten. Jahnz appellierte an die knapp hundert Gäste, gegen jedwede Gewalt die Stimme zu erheben, aber auch gegen „dumpfen Populismus“.

Stadtarchivar Christoph Brunken hielt einen Gastbeitrag, in dem er auf geschichtliche Ereignisse im Großen und besonders in der Stadt Delmenhorst einging. „Auch hier sollten die Folgen des Ersten Weltkriegs fühlbar werden“, sagte er. Städtische Flächen seien wegen der Nahrungsmittelknappheit für den Steckrüben-Anbau verwendet worden, Brennesselsud habe den Menschen als Tee- oder Kaffeeersatz gedient. 1918, der Kaiser hatte sich im Exil der Verantwortung entzogen, hätten Arbeiter- und Soldatenräte auch in Delmenhorst versucht, der Lage Herr zu werden. Das sei weitestgehend friedlich verlaufen. „Jeder zweite Bewohner zog mit dem Sozialdemokraten August Jordan (dem späteren Delmenhorster Bürgermeister) durch die Straßen“, erinnerte Brunken an die Ereignisse vom 8. November 1918.

Der Gastredner schloss seinen Beitrag mit der Feststellung, dass Geschichtsvergessenheit und Relativierung geschichtlicher Ereignisse durch Populisten „völlig inakzeptabel“ seien und die Welt heute alles andere als ein sicherer Ort geworden sei.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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