Delmenhorst Das Thema war vor rund anderthalb Jahren schon einmal angegangen – und dann abgeschmettert worden. Doch die Vorstände der Delmenhorster Fußballvereine geben nicht auf. Erneut drängen sie die Stadt darauf, einen Kunstrasenplatz zu bauen. Zusammengetan haben sich TuS Heidkrug, TV Jahn, Delmenhorster TB, TuS Hasbergen, SV Baris, SV Atlas, Tur Abdin, Delmenhorster BV, KSV Hicretspor, Borussia Delmenhorst, RW Hürriyet und der TV Adelheide. „Uns ist eigentlich fast egal, wo ein solcher Platz wäre. Wichtig ist nur, dass wir einen bekommen“, fasst Marco Castiglione vom TV Jahn zusammen.

2000 aktive Fußballer

Weshalb ist ein solcher Platz so wichtig? Laut Castiglione seien für die rund 2000 aktiven Fußballer der Stadt jährlich etwa sechs bis sieben Monate die Naturrasenplätze nicht nutzbar. „Wir müssen im Winter ewig pausieren. Das ist den Mitgliedern – die ja auch Beiträge zahlen – irgendwann nicht mehr zu vermitteln“, sagt der Fußballobmann. Er befürchte, dass immer mehr Menschen aus den Vereinen austreten und sich Ersatz in den umliegenden Gemeinden suchen könnten. „Fußball ist ein Mannschaftssport. Wenn ich sowieso schon nur 17 Spieler habe und davon drei oder vier den Verein wechseln, habe ich ein Problem. Die Struktur wird immer schwächer,“ findet Castiglione deutliche Worte.

Keine Chance vorzubereiten

Die widrigen Trainingsbedingen seien nach der Winterpause direkt an den Tabellen ablesbar: „Im Februar sind so gut wie alle Plätze gesperrt. Es gibt keine Chance auf Vorbereitung. Das merkt man“, zeigt der Fußballobmann ein weiteres Problem auf. Dabei seien die Delmenhorster Fußballer motiviert und begabt. „Theoretisch sind wir gut aufgestellt. Aber wir müssen den Sportlern etwas bieten“, sagt Castiglione klar. Außerdem könnte ein neue Platz selbstverständlich auch für den Schulsport genutzt werden.

Vereine wollen mitfinanzieren

Kostenpunkt? „Wir haben den Höchstsatz angenommen – also 800 000 Euro. Es geht sicher auch günstiger, aber so wollen wir Missverständnissen vorbeugen“, erklärt der begeisterte Sportler. Die Vereine, so sagt er, wollen dabei die Stadt nicht alleine lassen. „Es gibt Förderungen und wir würden Raten für die Nutzung zahlen.“ Etwa 15000 bis 20000 jährlich hatten sie sich dabei vorgenommen. Das entspräche auf 15 Jahre gerechnet dann 250 000 Euro. „So viel kostet etwa die Erneuerung der Oberfläche“, zeigt Castiglione, dass sich die Verfechter schon ordentlich Gedanken gemacht haben. Auf lange Sicht gesehen, das schätzt er, sei ein Kunstrasenplatz nicht unbedingt teurer als die Naturrasenplätze, die einer aufwendigen Pflege bedürfen.   Ihr Konzeptpapier haben die Vereine der Verwaltung bereits vorgelegt. Besprochen wird er mit der Politik im Sportausschuss am 20. Juni.

Imke Harms Reporterin / Redaktion Wildeshausen
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