Delmenhorst Mit dem Wollepark werden zumeist negative Nachrichten verbunden: brennender Sperrmüll, verwahrloste Wohnblocks, grassierende Kriminalität. Das gilt auch für den namensstiftenden Park inmitten der als Problemviertel verschrienen Siedlung. „Der Park wird als Angstraum wahrgenommen“, sagt Anna Stumpe. Seit Mitte Januar ist die 36-jährige Diplom-Psychologin neue Parkintegrationsmanagerin für das Projekt „Spiel-Raum Wollepark“.

Viele würden bei dem grünen Park an Kampfhunde oder dunkle Ecken denken. „Diese Bilder wollen wir mit positiven überlagern. Es gibt hier viel Schönes zu entdecken“, meint Stumpe. Ziel sei es, eine neue Identität aufzubauen, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und den Park für alle zu öffnen. Wer mit einem anderen Blick hinschaue, sehe grüne Wiesen, viele Bäume, einen idyllischen See und erst im Hintergrund die charakteristischen Hochhäuser.

„Der Park ist ein Schatz inmitten der verdichteten Wohnbebauung, die auch mit Problemen behaftet ist“, sagt Erika Bernau. Sie ist für das Quartiersmanagement im Wollepark zuständig und bekommt mit Stumpe nun tatkräftige Unterstützung. „Die Menschen haben in der Wollepark-Siedlung keine privaten Gärten. In den kleinen Wohnungen leben meist viele Personen“, erklärt Bernau. Deshalb habe der öffentliche Raum eine große Bedeutung. „Hier treffen 47 Nationalitäten aufeinander. Das ist eine Herausforderung“, so Bernau.

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Geplant sind beispielsweise ein Begegnungsplatz, Entdeckerwald, Pavillon, Blindenpfad oder eine Calisthenics-Anlage für das sogenannte Hood-Training. „Wir werden erstmal mit den Nutzern sprechen und vor allem zuhören“, sagt Stumpe. Der Park soll gestaltet werden, um von allen Gesellschaftsgruppen genutzt zu werden.

„Es braucht nicht nur bauliche Veränderungen, sondern auch im Kopf“, hofft Stumpe. Sie kümmert sich im Rahmen ihrer zehn Wochenstunden auch um Angebote der Netzwerkpartner wie Parkschule, AWO-Kindergarten, Jugendhaus, Haus Coburg, VHS oder Nordwolle-Museum.

Die Projektstelle ist zunächst bis Ende des Jahres ausgelegt, eine Verlängerung ist möglich. Finanziert wird das Projekt mit 450 000 Euro aus dem Förderprogramm „Soziale Integration im Quartier“. Weitere 45 000 Euro kommen von der Stadt Delmenhorst.

Als gebürtige Bayerin bringe sie selbst einen Migrationshintergrund mit, schmunzelt Stumpe. „Meine Superpower ist es, positiv zu denken, mich begeistern zu lassen und auch andere zu begeistern“, sagt sie. Damit will sie dem Wollepark ein anderes Gesicht geben.

Arne Jürgens Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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