Delmenhorst Während sich in Berlin die Politiker von SPD, CDU und CSU auf die ersten Sondierungsgespräche vorbereiteten, rauchte beim Delmenhorster SPD-Ortsverein Ost der „Rote Grill“. An der Blumenthaler Straße hatten die Sozialdemokraten den Grill aufgebaut und warteten mit Bratwurst, Punsch und Glühwein auf neugierige und gesprächsbereite Heidkruger, die in überschaubarer Anzahl das Angebot auch wahrnahmen. Auch die Nordwest-Zeitung war da, um einmal zu erfahren, was das „normale“ SPD-Mitglied will: Eine dritte Große Koalition oder lieber nicht? Wie ist die Stimmung an der Basis?

Gespalten. „Viele Mitglieder werden enttäuscht sein, wenn es zur GroKo kommt und sich die SPD wieder unterbuttern lässt“, sagt zum Beispiel Sozialdemokrat Hartmut Nordbruch. Ganz anders sieht das Frank Eblinger, der gerade überlegt, in die SPD einzutreten. „Ich bin für die GroKo. Es war war ein Fehler, die nach der Wahl kategorisch auszuschließen. Ich denke, Politik ist grundsätzlich ein Ding von Kompromissen“, sagte er beim „Roten Grill“. Doch dafür fehlt Hartmut Nordbruch der Glaube: „So wie sich die CDU/CSU darstellt, wird es schwierig, zu Kompromissen zu kommen.“

Nordbruch möchte die SPD lieber auf der Oppositionsbank, auf dem Weg einer inneren Erneuerung und Schärfung ihres sozialdemokratischen Profils, sehen. „Die Partei muss ihre Fehler seit der Agenda 2010 wieder gut machen“, findet er.

Und Deniz Kurku? Der neu in den Landtag gewählte Politiker tut genau das, was man von ihm erwartet: Er legt sich nicht fest. „Wir müssen erst mal sehen, was aus den Sondierungsgesprächen herauskommt. Wir müssen uns die Inhalte angucken. Dass wir als SPD jetzt sagen, wir müssen uns auch die Zeit dafür nehmen, finde ich gut. Wir streiten über die richtigen Inhalte. Und wir wollen Verantwortung fürs Land tragen“, sagte er beim „Roten Grill“. Kurku sagte auch, dass die SPD die Sorgen und Ängste der Menschen ernst nehmen müsse, auf jeden Fall ernster als bisher: „Da stehen Befürchtungen hinter.“

Christian Altkirch, Vorsitzender des Ortsvereins Ost und Juso-Bezirksgeschäftsführer, ist ein entschiedener GroKo-Gegner und vertritt damit die offizielle Linie des SPD-Parteinachwuchses. Es bräuchte eine echte programmatische Neuausrichtung der SPD in der Opposition, auch um der Gesellschaft eine Zukunftsperspektive zu geben. Auch Arndt Horstmann, Vorsitzender des Ortsvereins Bungerhof-Hasbergen, sieht das so. Eine Neuausrichtung der SPD in der Opposition sei notwendig. „Denke ich an eine weitere GroKo, kriege ich Bauchschmerzen.“

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.