Delmenhorst /Oldenburg Wegen versuchten Mordes muss sich seit Freitag ein 45 Jahre alter Mann aus Delmenhorst vor der Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 6. November vorigen Jahres in einer Delmenhorster Bäckerei mit mehreren Messern auf seine dort arbeitende Ehefrau in Tötungsabsicht eingestochen zu haben.

Die 41-Jährige trug schwere Stich- und Schnittverletzungen im Nacken, Hals und Gesicht davon. Mutigen Zeugen war es zu verdanken gewesen, dass die Frau die Attacke überlebt hat. Sie hatten den Angeklagten mit Pfefferspray attackiert und ihn von seiner Frau weggezerrt. Die Stiche auf seine Frau waren so intensiv gewesen, dass die Klinge eines der Messer abbrach. Während der brutalen Attacke soll der Angeklagte auf Türkisch gerufen haben: „Stirb, stirb“.

Die Staatsanwaltschaft geht von dem Mordmerkmal der „niedrigen Beweggründe“ aus. Der Angeklagte habe seine Frau dafür bestrafen wollen, dass sie sich mit den gemeinsamen vier Kindern nach jahrelangen Misshandlungen von ihm endgültig getrennt habe. Die Ehefrau des Angeklagten hat am Freitag bestätigt, dass sie und die Kinder häufig von dem 45-Jährigen geschlagen worden seien.

Der Angeklagte, der seit der Tat in Haft sitzt, will sich an die Messerattacke indes nicht erinnern können. Er soll unter psychischen Problemen leiden. Ein Gutachten hat ihm eine Schizophrenie bescheinigt. Der Angeklagte will Stimmen hören, die ihm Befehle erteilen. Außerdem fühlt er sich von dunklen Gestalten und finsteren Mächten beherrscht.

2015 hatte der 45-Jährige nach einer Herzattacke seine Arbeit verloren. Danach habe er sich komplett zurückgezogen, berichteten die Schwestern des Angeklagten. Vor drei Jahren soll die psychische Erkrankung des Angeklagten einen weiteren Schub erfahren haben. Damals hatte ein SEK-Kommando der Polizei aus Versehen die Wohnung des Angeklagten gestürmt. Die Einsatzkräfte hatten sich in der Wohnung geirrt.

In dem Verfahren kommt es auf die Frage an, inwieweit der Angeklagte für die Tat überhaupt zur Rechenschaft gezogen werden kann. Das Gericht hat einen Psychiater zu dem Verfahren hinzugezogen. Der Gutachter soll Auskunft über die Schuldfähigkeit des Angeklagten geben.

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