Delmenhorst Wie laut sind eigentlich 50 Dezibel? „Das ist normale Unterhaltungslautstärke“, erklärt Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen (CDU) im Gespräch mit Geschäftsführer Jochem Flege und Fußball-Obmann Marco Castiglione vom TV Jahn – das entsprechend etwa mit 50 Dezibel (dB) gemessen werden würde – unmittelbar bei den Redenden.

50 Dezibel – so laut darf es auch auf dem Fußballplatz des TV Jahn am Brendelweg zwischen 20 und 22 Uhr werden – lauter nicht. Das sieht eine Lärmschutzverordnung vor. Die Grenzwerte jedoch wurden – auf Wirken von Grotelüschen – vor Kurzem von 45 um fünf dB erhöht. Grund: Weil Fußballspiele und Training zu laut waren, darf der TV Jahn nach 20 Uhr nur noch auf einem Platz trainieren, da dieser aber kein ausreichendes Flutlicht hat, können dort auch keine Abendspiele stattfinden. „Wir haben gerade auf 30 Mannschaften aufgestockt. Für die A-Jugend und Erwachsene wären wir dringend auf Trainingszeiten nach 20 Uhr angewiesen“, sagt Castiglione.

Vor einigen Jahren hatte es Beschwerden von Anwohnern gegeben, diese seien aber weniger geworden, erzählt Castiglione – deshalb die strikten Vorgaben. 45 dB war die Grenze – da war kein Fußball möglich. Jetzt sind es 50 dB.

„Reicht das?“, möchte Grotelüschen wissen, die im Rahmen einer Ehrenamtswoche zahlreiche Termine bei ehrenamtlich Aktiven hatte und deshalb beim Fußballverein vorbeischaut. Eine klare Antwort können Castiglione und Flege nicht geben. „Das ist kompliziert“, sagt Castiglione.

Und das hat zwei Gründe: Zum Einen, weil die Lautstärke nicht auf der Terrasse der Anwohner gemessen wird, sondern an verschiedenen Stellen an der Straße und auf dem Fußballplatz. Zum Anderen, weil drei Ämter in die Entscheidung involviert sind: Umweltamt, Bauamt und Amt für Schule und Sport. „Die Stadt weiß noch nicht genau, wie sie verfahren soll“, meint Castiglione, der natürlich seine eigene Meinung dazu hat: „Am besten wäre es, wenn die Auflagen wegfallen.“

Dafür spreche, dass es in letzter Zeit eben ein „gutes Zusammenspiel“ mit den Anwohnern gegeben habe. „Die müssen sich wohlfühlen, wo sie wohnen, das ist klar“, sagt der Fußball-Obmann.

In dem Fall also kann Grotelüschen erstmal nicht weiterhelfen. Stattdessen weist Castiglione darauf hin, dass der TV Jahn gerne seine Einrichtungen aufbessern würde, und sie sich über Zuwendungen aus dem Förderfonds für kommunale Einrichtungen freuen würden: „Es gibt riesigen Bedarf, und wir sind darauf angewiesen.“

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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