Delmenhorst Völkisch-nationalistische Strukturen und Bewegungen – darüber hat Andrea Röpke in der Delmenhorster Stadtkirche gesprochen. Die 54-jährige Journalistin hat aus ihrem 2019 erschienenen Buch „Völkische Landnahme. Alte Sippen, junge Siedler, rechte Ökos“, verfasst mit Andreas Speit, gelesen. Eingeladen hatten die Evangelische Stadtkirche und das Bündnis gegen Rechts im Rahmen der Citykirchenarbeit.

Seit Anfang der 1990er recherchiert und publiziert Röpke zu rechtsextremen Themen. Mehrfach wurde sie für ihre Arbeiten ausgezeichnet.

Mit der Strategie der völkischen Landnahme erobern sich völkisch-nationalistische Menschen Kulturräume, so Röpke. Das passiert auch in Niedersachsen – etwa in der Lüneburger Heide. In rund eineinhalb Stunden sprach Röpke darüber und tauschte sich auch mit dem interessierten Publikum aus.

Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und andere Mitglieder der Gemeindevertretung seien zunächst froh, dass Cliquen oder Familien zugezogen seien. Sie hätten gedacht, „das sind Ökos oder Alternative“, so Röpke. Doch dann würden etwa die Kinder im Kindergarten Hakenkreuze malen, mit dem Hinweis, das seien „doch nur Runen“. Auch biologistische Ideologien mit geschlechtsspezifischen Rollenzuteilungen und Elitegedanken seien Merkmale völkischer Denkweise. Solche Menschen gehen davon aus, als Volksgemeinschaft allen anderen überlegen zu sein und drücken dies auch aus. Es sei schwierig, an solche Familien heranzukommen. „Kinder lernen frühzeitig, Demokratie abzulehnen.“

Wie kann man dagegen angehen? „Wir brauchen viel weiterreichende Aufklärung“, betonte Röpke. Es sei wichtig, sich zu organisieren und für die eigenen Werte einzutreten. Man müsse immer versuchen, ins Gespräch zu kommen. Aber es sei wichtig, deutlich zu machen, „dass wir rassistische Tendenzen nicht mehr wollen“.

Manuela Wolbers Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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