Delmenhorst /Ganderkesee Erst am Freitag gab es Entwarnung: Hündin Zelda wird überleben. Mittwoch hing das Leben von Rottweiler Hündin Zelda am seidenen Faden. Durch einen Magendurchbruch aufgrund einer Falschbehandlung hatte das Tier viel Blut verloren und benötigte dringend Bluttransfusionen. Ein Facebookaufruf der Kleintierpraxis Delmenhorst, die Hündin Zelda jetzt behandelt, rettete ihr letztendlich das Leben. Mittlerweile geht es Hündin Zelda wieder besser. Doch der Weg zur Genesung war mit großem Bangen verbunden.

Spender gesucht

Die am Mittwoch benötigten Blutreserven waren nicht ausreichend vorhanden. Eine Blutspendenbank wie bei Menschen gibt es für Hunde nicht. Die Kleintierpraxis Delmenhorst zögerte nicht lange und startete einen Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook, um nach tierischen Spendern zu suchen. Innerhalb weniger Stunden wurde der Beitrag Hunderte Male geteilt. Mit diesem Post habe man über 60 000 Menschen erreichen können, sagte Dr. med. vet. Julia Hoffmann, eine der Tierärztinnen. „Es ist toll, wie leicht es war, so viele Menschen zu erreichen.“ Als der Aufruf nach und nach mehr Menschen erreichte, stand das Telefon nicht mehr still. Unzählige hilfsbereite Hundebesitzer meldeten sich und wollten mit ihren Tieren vorbeikommen und Zelda helfen. Da es sich bei der kranken Hündin um ein großes Tier handelt, mussten alle potenziellen Spender mindestens 45 Kilogramm wiegen. Großen Hunden kann bis zu einem Liter Blut abgenommen werden, sagte Dr. med. vet. Julia Hoffmann.

Ungewisse Stunden

Manche Hundebesitzer kamen am Mittwoch aus Ganderkesee oder Bremen angefahren. Während andere Hunde im Wartezimmer mit ihren Besitzern darauf warteten für die zwei Jahre alte Zelda Blut zu spenden, lag die Hündin erschöpft und ruhig am Boden. An ihrer Seite war Frauchen Yvonne B. aus Ganderkesee. Sie habe schon immer Hunde gehalten und Zelda über eine Tierschutzorganisation aus Italien geholt. Damals war die Hündin erst sieben Monate alt. „Eigentlich hatte Zelda nur eine Mittelohrentzündung“, sagte sie. Schon den ganzen Winter über sei das Tier krank gewesen. Der Tierarzt, der Zelda zuvor behandelte, hatte ihr zwar die benötigten Antibiotika verabreicht, aber ihr zusätzlich nicht die magenschonenden Medikamente verschrieben. Durch die starken Antibiotika war es dann wohl zum Magendurchbruch gekommen.

So hatte das Tier viel Blut verloren und wurde immer schwächer. Ihren geliebten Hund so leiden zu sehen, sei für Yvonne B. der „absolute Horror“ gewesen. Als sie über den Leidensweg ihres Hundes spricht, ist sie mehrmals den Tränen nahe. Denn am Mittwoch war noch nicht klar, ob Zelda es schafft. „Ich war bereits am Sonntag mit Zelda hier. Jeder andere Tierarzt hätte meine Hündin einschläfern lassen. Aber das Team von der Kleintierpraxis hat um Zelda gekämpft“, sagte Yvonne B. Insgesamt werden sich die Tierarztkosten auf mehrere Tausend Euro belaufen.

Große Hilfsbereitschaft

Ohne die große Hilfsbereitschaft der anderen Hundebesitzer wäre Hündin Zelda gestorben. „Es ging nicht anders. Ich wusste sofort, dass ich hierher fahre und helfen möchte“, sagte eine 27-jährige Ganderkeseerin am Mittwoch in der Tierarztpraxis. Neben ihr stand Fluffy, ein Rottweiler-Labrador-Mischling, der ganz entspannt mit der Schnauze den Fußboden untersuchte. Gegenüber von Fluffy stand Paula. Als Deutsche Dogge war sie der mit Abstand größte Hund im Warteraum. „Ich habe bei Facebook den Aufruf gesehen und bin aus Bremen hergefahren“, sagte ihre Besitzerin. Nach und nach werden die wartenden Hunde in den Behandlungsraum geführt. Im Verlaufe des Abends gab es für Hündin Zelda langsam Entwarnung. Eine Bluttransfusion nach der anderen lief.

Am Freitag ging es Hündin Zelda schon deutlich besser. „Von 100 Prozent ist das Tier jetzt gesundheitlich wieder bei 60 Prozent“, sagte Dr. med. vet. Angelika Hoffmann. „Sie wird es überleben. Es ist wichtig, dass der Körper noch weitere rote Blutkörperchen bildet, ansonsten ist eine Operation immer noch zu riskant.“ Bei ihrem Arztbesuch sei Zelda in der Kleintierpraxis wieder schwanzwedelnd umhergelaufen. Mittlerweile fresse die Hündin genug.

Tatiana Gropius Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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