Delmenhorst Die direkten Folgen der Corona-Pandemie lassen sich beziffern: Der Stadt Delmenhorst werden zum Ende des Jahres nach aktuellen Schätzungen 21,1 Millionen Euro durch das Virus fehlen. Rechnet man einige Entwicklungen gegen, die sich finanziell positiv auswirken, bleibt noch die stolze Summe von 15,3 Millionen Euro, die im Haushalt fehlen könnten, wie Thomas Bruns, Fachdienstleiter Finanzen, Stadtkasse, Zentrales Controlling bei der Stadt, am Dienstag im Finanzausschuss darlegte.

Die Schätzungen – mit Stand vom 30. April – beruhen auf einem relativ positiven Szenario, das zum Beispiel davon ausgeht, dass es zu keiner zweiten Infektionswelle kommt und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 6,3 Prozent zurückgeht. Das sei ein Minimum dessen, was passieren kann, der „worst case“ könnte ein Rückgang um 10 Prozent sein, sagte Bruns.

Bei diesen Prognosen stellen weniger Schlüsselzuweisungen, die im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs an schwächere Kommunen fließen und von denen Delmenhorst normalerweise stark profitiere, den größten Verlust dar: Bei einem Minus von 11,18 Prozent wären dies 8,4 Millionen Euro weniger.

Einen großen Anteil machen auch weniger Steuereinnahmen aus. Bei der Gewerbesteuer ist demnach mit 8,3 Millionen Euro (-21,13 Prozent) weniger zu rechnen, bei der Einkommenssteuer mit einem Minus von 2,4 Millionen Euro (-8,15 Prozent).

Hinzu kommen weitere Faktoren. So fließen schätzungsweise 200 000 Euro mehr in Verbrauchsmaterial des Rettungsdienstes, die Einnahmeausfälle in den Kindertagesstätten schlagen mit 300 000 Euro zu Buche. Auch bei Parkgebühren und weniger Verkehrsverstößen macht sich die Pandemie bemerkbar: Hier rechnet Bruns mit einem Minus von 200 000 Euro. Städtische Beteiligungen, zum Beispiel am Bad und Öffentlichem Personennahverkehr, wirken sich mit einem Verlust durch das Coronavirus von 3,3 Millionen Euro aus.

Jana Budde Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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