Delmenhorst Trotz des Regens haben sich Montagmittag viele Menschen unter die Schirme des Bistros „Markt1“ in Delmenhorst gedrängt. Einige stellten sich mit Regenschirmen dazu. Rund 60 Besucher, Männer, Frauen, ältere, aber auch jüngere, kamen auf den Rathausplatz, um den ehemaligen Präsidenten des Europaparlaments zu sehen. Dieser kam einer Einladung des Delmenhorster Wahlkreisbüros der SPD-Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag nach, um für die Europawahlen am 26. Mai zu werben, zu informieren und mit den Bürgern in direkten Kontakt zu treten.

In seiner Eingangsrede sprach Schulz von der Wichtigkeit eines vereinten Europas. „Unsere Generation ist durch ein ’mehr’ geprägt: Mehr Einkommen, mehr Freizügigkeit, mehr Frieden“, nannte er einige Beispiele. Die Zunahme nationalistischer Gruppen in der Politik würden diese Privilegien gefährden, sagte er weiter. „Wir dürfen das nicht aufs Spiel setzen. Deshalb kämpfe ich so sehr für die europäische Union, auch, um die nächste Generation zu schützen.“

Dann durften die Bürger ans Mikrofon treten, um dem SPD-Bundestagsabgeordneten ihre Fragen zu stellen. Sie bewegten Themen wie steigende Stromkosten durch EU-Auflagen oder die Möglichkeit für Flüchtlinge, im Ausland Asylanträge zu stellen, um sich gefährliche Fluchtwege zu ersparen – Könne die SPD sich dafür einsetzen?

„Natürlich muss sich der Normalbürger den Strom leisten können“, sagte Schulz. Allerdings komme man um eine Verteuerung der Energie nicht herum. Letztenendes sei es anzustreben, die Kosten gerecht aufzuteilen: „Wir dürfen das nicht so organisieren, als hätte jeder das gleiche Einkommen zur Verfügung.“ Einer Auslandsvertretung für Asylanträge würde Schulz grundsätzlich zustimmen: „Deutschland kann im Ausland Anlaufstelle sein für Asylanträge, aber wenn es nur Deutschland ist, macht es keinen Sinn. Das müssen die Länder Europas zusammen schaffen.“ So gebe es immer noch Länder wie Polen und Ungarn, die sich nicht an der Aufnahme von Flüchtlingen beteiligten, kritisierte er.

Eine Frau, die in der Seniorenseelsorge arbeitet, wollte wissen, was für die Seniorenseelsorge getan werden könne. „Wir sind da in einem Dilemma“, bat sie Martin Schulz um Hilfe. „Wir arbeiten daran, ausreichend Plätze in den Pflegeheimen zu schaffen“, antwortet dieser. Insgesamt solle mehr Geld in die Pflege investiert und die häusliche Pflege bessergestellt werden. Dabei fiel auch das Stichwort Zuwanderung. Denn im „eigenen Land gibt es nicht genug Leute“, so Schulz, um ausreichend Personal zur Verfügung zu stellen.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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