Delmenhorst Über Dächer kraxeln, Dachböden fegen, Öfen säubern oder Kunden über Brandsicherheit, Energiesparmaßnahmen und Umweltschutz aufklären: Nina Sicher ist Schornsteinfegerin aus Leidenschaft, seit 2016 arbeitet sie als Meisterin im Betrieb von Schornsteinfegermeister Peter Rose in Delmenhorst. „Mir macht es Spaß, praktisch zu arbeiten“, sagt die 29-Jährige.

Um auch anderen jungen Menschen die Arbeit im Handwerk schmackhaft zu machen, hat sie sich nun nicht nur aufs Dach, sondern auch vor die Kamera gewagt: Nina Sicher möchte „Miss Handwerk 2019“ werden – und ist auf gutem Wege dorthin.

 Das Deutsche Handwerksblatt hat den Wettbewerb „Germany’s Power People“ zur Wahl von Miss und Mister Handwerk bereits zum zehnten Mal ausgerufen. Einmal jährlich können sich bundesweit Handwerkerinnen und Handwerker bewerben. In der ersten Runde werden nach einem Online-Voting und einem Entscheid der Jury jeweils 18 Männer und Frauen zu einem Fotoshooting eingeladen.

Nina Sicher hat diesen ersten Schritt im vergangenen Jahr geschafft – den zweiten und dritten gleich dazu: Von den 36 Auserwählten landen 24 im Kalender des Handwerksblatt. Nicht vollständig in traditioneller Kluft, sondern eher leicht bekleidet ziert die Delmenhorster Schornsteinfegermeisterin das erste Kalenderblatt.

Je sechs Frauen und Männer schaffen es dann ins Finale bei der Internationalen Handwerksmesse in München – darunter auch Nina Sicher. Ob sie tatsächlich Miss Handwerk 2019 wird, hängt neben der Fachjury und dem Messepublikum auch von einem weiteren Onlinevoting ab, das noch bis zum 8. März läuft. Bei den Frauen liegt Nina Sicher derzeit auf Platz vier.

Und warum möchte die junge Schornsteinfegerin überhaupt Miss Handwerk werden? „In allen Bereichen des Handwerks haben wir einen großen Nachwuchsmangel“, sagt Nina Sicher. Sie warnt vor einem Zuviel an Theoretikern: „Der Tisch, die Brille, das Brötchen – alles von Handwerkern gemacht. Was passiert, wenn nur noch Planer und keine Umsetzer mehr arbeiten?“ Dann, so ist sie sich sicher, hätten die Planer, die Theoretiker bald auch keine Jobs mehr.

Als Botschafterin des Handwerks möchte die Delmenhorsterin dieses präsentieren „und es wieder ins Bewusstsein bringen“. Nach geeigneten Plattformen dafür hat sie schon länger gesucht. Auf den Handwerkerkalender sei sie im vergangenen Jahr gestoßen – weil da auch schon eine Schornsteinfegerin teilgenommen habe. Dann war klar: „Beim nächsten Mal bin ich dabei, egal was passiert.“

Dass sie nun so weit gekommen ist, hätte Nina Sicher nicht gedacht. Nun freut sie sich aber, dass sie es in den Kalender und ins Finale geschafft hat. Dort muss sie sich am 13. März noch einmal präsentieren. Wie sie vor der Jury auftreten wird, ist für Nina Sicher jetzt schon klar: „Ich sein“, lacht sie, kurz, knapp und sympathisch. „Ich möchte zeigen, wie man für sein Handwerk einsteht und dabei glaubwürdig bleiben.“

Hier Abstimmen für Nina Sicher: https://www.germanyspowerpeople.de/kandidaten

Nathalie Meng Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

NWZONLINE-NEWSLETTER

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten.
Meine E-Mail wird nur zu diesem Zweck verwendet.
Einwilligung jederzeit wider­rufbar, Abmeldelink in jeder E-Mail. Die Datenschutz­erklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.