Delmenhorst Pünktlich am Samstagmorgen war auch der letzte Feinschliff bei Justus Poggenburg und Moritz Cording geschafft: Die beiden Auszubildenden der Tischlerei Sandkuhl aus Ganderkesee waren endlich mit ihren Gesellenstücken fertig. Drei Wochen lang hatten sie – so wie sieben weitere Auszubildende – Zeit, am Sonntag präsentierten sie ihre fertigen Werke dann in der Delmenhorster Markthalle der Öffentlichkeit.

„100 Stunden hatten wir Zeit“, sagen die beiden Azubis, während sie Justus’ Gesellenstück zeigen. „Ich habe mich bei meinem Gesellenstück für einen Schreibtisch entschieden, den ich später auch selber nutzen kann“, berichtet Justus. Von der Zeichnung bis zur Fertigung – nach drei Jahren Ausbildung musste dieses Werkstück komplett in Eigenregie erstellt werden. „Es gab einige Vorgaben, was in den Stücken enthalten oder wie etwas verarbeitet sein musste“, erklärt Moritz. Was genau sie am Ende herstellten, das war jedem selbst überlassen.

Am Samstag mussten die Gesellenstücke in die Markthalle gebracht werden. Hier warf dann die Prüfungskommission einen geschulten Blick auf die verschiedensten Werke der neun Prüflinge. „Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sind es wenige Auszubildende“, sagte Carsten Bleckwenn, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Eine Tendenz wollte er hieraus aber nicht ableiten. „Im nächsten Jahr kann die Zahl schon wieder ganz anders aussehen.“

Seit 2018 ist Bleckwenn Geschäftsführer, die Ausstellung in diesem Jahr seine erste. „Es sind unheimlich viele unterschiedliche Werkstücke“, lobte er die vorhandene Vielfalt. „Einige von ihnen sind richtig toll geworden.“

Abgerundet wurde der Tag „Tischler und Kunst“ in der Delmenhorster Markthalle mit der Ausstellung des Künstlers und Bildhauers Franz Robert Czieslik. An seinen aktuellen Werken arbeitete er – vor Publikum – in der Markthalle weiter. Neben ihm zeigte Focko Bohlen Drechselarbeiten.

Bestanden ist die Ausbildung für Justus, Moritz und ihre Mitprüflinge übrigens noch nicht: Nachdem sie die theoretische Prüfung und das Gesellenstück bereits geschafft haben, folgt am Samstag noch die sogenannte Handprobe, in der innerhalb von wenigen Stunden ein weiteres Werkstück hergestellt werden muss.

Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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